Hawai’i Volcanoes National Park, Big Island.
Vor 11 Jahren im Februar schrieb ich auf Big Island, Pele sei uns nicht hold und will, dass wir wiederkommen.
Jetzt sind wir seit dem zum ersten Mal hier und Pele verwöhnt uns den zweiten Tag auf dem Vulkan mit perfektem Wetter: gleich morgens Sonne aus strahlend blauem Himmel, gegen Mittag zieht es sich laaangsam zu (nach viiiel Sonne auf den ersten Wanderkilometern kommt uns das gelegen) und es fängt an zu tröpfeln, als wir aus dem Park fahren. Perfekt.
Wir starten morgens um 8 Uhr am Visitor Center des Hawaiian Volcanoes National Park. Vor ein paar Wochen hatte ich uns eine längere Wanderung über GetYourGuide ausgesucht und gebucht. In der Tour bei Jennifer ist neben uns eine vierköpfige Familie aus Kanada. Wir starten mit einem kleinen Frühstück (Kaffee, Joghurt (lecker mit Ahornsirup schon im Becher) und Granola, gekochte Eier). Nach der kurzen Stärkung geht es los, zuerst hinunter in den Halema’uma’u (> Farnhaus) Krater, von da über den Kraterrand zum Kilauea Iki (Kilauea: Spucken, Iki: klein). Wir durchwandern den Kilauea Iki quer, durchqueren am anderen Ende oberhalb eine Lavaröhre und wandern zurück am Kraterrand mit Sicht auf beide Krater, auf den Mauna Loa im Hintergrund und auch auf den (zuletzt so aktiven) Kilauea, der im Halema’uma’u liegt.
Unser Guide erklärt viel über hawaiianische Kultur, Flora, Fauna, Lava und Vulkane, ich kann mir wahrscheinlich nur einen Bruchteil merken…
- Mit alkoholhaltigem Spray und Bürsten reinigt man die Schuhe vor Betreten der Wanderwege, um nichts Fremdes einzuschleppen.
- Für Hawaiianer sind die Vulkane heilige Ort, man nimmt hier nichts mit und isst auch keine Früchte, die hier wachsen.
- Hawaiianer beten, bevor sie einen Wald betreten.
- Die hawaiianische Staatsgans, Nene, ist eine eingeflogene und angepasste Kanadagans.
- Hawaiianische Pfefferminze schmeckt nicht nach Minze. Weil die Pflanze auf den Inseln keine Fressfeinde hatte, hat sie sich Geschmack und Geruch abgewöhnt.
- Ingwer im Nationalpark wurde von der Gattin eines Parkmitarbeiters gepflanzt; leider invasiv und wird heute bekämpft, zumindest im Nationalpark. Verbreitet sich erst seit den 60er Jahren wirklich viel, nachdem eine andere, invasive (ich meine: Vogel-)Art eingebracht wurde, die die Früchte frisst und die Samen so verbreitet.
- Lava unterscheidet man auf ganz verschiedenen Weisen: wie sie fließt, auf welche Art sie erstarrt, welche Formen sie dabei bildet, der Jahrgang natürlich… Direkt bei den Explosionen kann Peles Haar entstehen: haarfeines Vulkanglas, das durch die Luft fliegt. Hm.
- Wann war welche Aktivität: im Kilauea erst letzten Herbst, im Kilauea Iki 1959.
- Vulkane unterscheidet man in aktiv, schlafend/inaktiv und erloschen.
Wir wandern 10 kurzweilige Kilometer und sind nach etwa 5 Stunden (mit Pausen) zurück am Besucherzentrum, durchgeschwitzt, ko in den Beinen und seeehr glücklich über die Eindrücke und Perspektiven direkt von ‚auf‘ den Vulkanen und Kratern.
Nach der Wanderung ist der Whirlpool zuhause besonders nett. Am liebsten ohne Whirl, weil er dann leise ist und wir die Geräusche um uns herum genießen können: tröpfelnden Regen auf dem Dach und auf den Blättern, Vögel und andere Viecherlies (den Kookie Frosch erkennen wir, anderes wissen wir nicht so genau).
Fantastischer Tag.
















