Der Abschied von unserer Hütte im Dschungel fällt schwer – es war so liebevoll heimelig und urig wildromantisch hier.
Im Flughafen Hilo geht alles superschnell, wir müssen *nirgendwo* anstehen. Aus dem Flugzeug haben wir Blicke auf die Gipfel von Mauna Loa und Kea über den Wolken – das hatten wir noch nicht.
Schwups, sind wir in Honolulu. Auch hier hat sich die Abfertigung zu den Autovermietungen deutlich verbessert: ein Shuttleservice für alle Gesellschaften, die in einem Parkhauskomplex übersichtlich angesiedelt sind, mit leichter Orientierung und kurzen Fußwegen. Viiiiel besser als vor 6 Jahren. Wir bekommen einen niedlichen Kia Soul, wieder in schwarz.
Zu unserem Appartement ist es etwa eine halbe Stunde, etwas länger wegen Einkauf unterwegs. Wir checken in unsere eher funktionale Wohnungein und lernen die Vermieter kennen (sie wohnen auf demselben Grundstück). Seeehr kurzer Weg zum Strand, das ist das Highlight. Abendessen mit tollem Poke und Misubi, kleiner Strandspaziergang, abendliches Getränk mit Blick auf den Pazifik, wo im Westen die Sonne unter- und im Osten die Lichter Honolulus an gehen.
Blick von draußen. Es sah immer so aus, als wäre die Lampe über dem Esstisch an. Immer. Beide Maunas
Wir hatten zwei so schöne Tage im zentralen Nationalpark, daher heute was anderes. Wir mögen nicht allzu viel Zeit im Auto verbringen, also der Gedanke: fahren wir nach Süden.
Das Wetter heute: leicht bewölkt, nicht so sonnig wie gestern zum Tagesstart – mit dem Gedanken, nach Süden zu fahren, sollte das daher passen.
Es ist irgendwie irritierend, an der Einfahrt zum Nationalpark vorbei zu fahren. Unser erster Stop dann: der Punalu’u Black Sand Beach. Gern genommen von Honus, um im schwarzen Sand ihre Eier zu legen. Wir spazieren sehr entspannt am Ufer, bestaunen mehrere Honus, die im Wasser planschen, und verlassen den Strand mit einem T-Shirt als Beute.
Einen wundervollen Aussichtspunkt nehmen wir gern, um danach im nächsten Ort (gibt auf Big Island im Süden nicht viele, die man so nennen kann) von einem kleinen Markt gestoppt zu werden. Verschiedene Kleinkunst und ein paar Futterbuden. Nach dem leckeren, aber heute nicht so gehaltvollen Frühstück ist das extrem verlockend, und so enden wir mit hausgemachter Zitronen-Limetten-Limo und einer Mixed Plate zum Mittagssnack, von der mein Mann danach sagt, es war das beste, das er bisher auf den Inseln gegessen hat. Sein Wort in des Koches Ohr! Ich freue mich über seine Begeisterung. Als ich mich mit ‚Malama pono‘ verabschiede, wird das wie so oft mit einer Shaka-Hand als Dank und Gruß erwidert.
Gestärkt geht es weiter zum Südende des Hawaii Volcanoes National Park – Kahunu Unit, das erst 2003 aus Ranchbesitz zum Nationalparkgelände hinzugefügt wurde. Am Südhang des Mauna Loa gelegen, unweit des südlichsten Punkts der Vereinigten Staaten, machen wir zwei kleine, aber sehr sympathische Wanderungen durch spannendes Gebiet: Farne, Bäume, ein (alter) Lavafluss von 1868, Hügelland, buschig und teils blühend bewachsene Wiesen. Zudem kann man die anderen Menschen hier an zwei Händen abzählen. Es ist unaufgeregt und voll nett.
Für die Rückfahrt nehmen wir für einen Abschnitt eine Nebenstrecke weiter oben in den Bergen. Der Himmel hat sich mittlerweile auch hier im Süden zugezogen und es fisselt, aber sehr dezent. Knapp unter den Wolken unterwegs zu sein, hat wieder eine ganz eigene Stimmung – Hawai’i im Regen ist eigentlich toller als bei Sonne, wir schwärmen sehr.
Zurück Zuhause regnet es natürlich auch, das ist wohl normal gegen Nachmittag in Volcano, das ja im Regenwald und außerdem Windward auf der Insel liegt. Ein Sight-Jogging fällt aus wegen Igitt, stattdessen gehen wir mit Regenschirmen einmal ‚um den Block‘ spazieren, um die Gegend um unser Hale zu erkunden. Und wir dachten, wir würden am A… der Welt wohnen – es geht noch weiter und einsamer.
Zum Sonnenuntergang geht’s wieder in den Whirlpool. Spritzel gleichzeitig von innen und außen, plätschernder Regen auf Verandadach und den Blätter vom Wald ringsum, zwitschernde Vögel und rufende Frösche – das ist unvergleichlich und unvergesslich.
Vor 11 Jahren im Februar schrieb ich auf Big Island, Pele sei uns nicht hold und will, dass wir wiederkommen.
Jetzt sind wir seit dem zum ersten Mal hier und Pele verwöhnt uns den zweiten Tag auf dem Vulkan mit perfektem Wetter: gleich morgens Sonne aus strahlend blauem Himmel, gegen Mittag zieht es sich laaangsam zu (nach viiiel Sonne auf den ersten Wanderkilometern kommt uns das gelegen) und es fängt an zu tröpfeln, als wir aus dem Park fahren. Perfekt.
Wir starten morgens um 8 Uhr am Visitor Center des Hawaiian Volcanoes National Park. Vor ein paar Wochen hatte ich uns eine längere Wanderung über GetYourGuide ausgesucht und gebucht. In der Tour bei Jennifer ist neben uns eine vierköpfige Familie aus Kanada. Wir starten mit einem kleinen Frühstück (Kaffee, Joghurt (lecker mit Ahornsirup schon im Becher) und Granola, gekochte Eier). Nach der kurzen Stärkung geht es los, zuerst hinunter in den Halema’uma’u (> Farnhaus) Krater, von da über den Kraterrand zum Kilauea Iki (Kilauea: Spucken, Iki: klein). Wir durchwandern den Kilauea Iki quer, durchqueren am anderen Ende oberhalb eine Lavaröhre und wandern zurück am Kraterrand mit Sicht auf beide Krater, auf den Mauna Loa im Hintergrund und auch auf den (zuletzt so aktiven) Kilauea, der im Halema’uma’u liegt.
Unser Guide erklärt viel über hawaiianische Kultur, Flora, Fauna, Lava und Vulkane, ich kann mir wahrscheinlich nur einen Bruchteil merken…
Mit alkoholhaltigem Spray und Bürsten reinigt man die Schuhe vor Betreten der Wanderwege, um nichts Fremdes einzuschleppen.
Für Hawaiianer sind die Vulkane heilige Ort, man nimmt hier nichts mit und isst auch keine Früchte, die hier wachsen.
Hawaiianer beten, bevor sie einen Wald betreten.
Die hawaiianische Staatsgans, Nene, ist eine eingeflogene und angepasste Kanadagans.
Hawaiianische Pfefferminze schmeckt nicht nach Minze. Weil die Pflanze auf den Inseln keine Fressfeinde hatte, hat sie sich Geschmack und Geruch abgewöhnt.
Ingwer im Nationalpark wurde von der Gattin eines Parkmitarbeiters gepflanzt; leider invasiv und wird heute bekämpft, zumindest im Nationalpark. Verbreitet sich erst seit den 60er Jahren wirklich viel, nachdem eine andere, invasive (ich meine: Vogel-)Art eingebracht wurde, die die Früchte frisst und die Samen so verbreitet.
Lava unterscheidet man auf ganz verschiedenen Weisen: wie sie fließt, auf welche Art sie erstarrt, welche Formen sie dabei bildet, der Jahrgang natürlich… Direkt bei den Explosionen kann Peles Haar entstehen: haarfeines Vulkanglas, das durch die Luft fliegt. Hm.
Wann war welche Aktivität: im Kilauea erst letzten Herbst, im Kilauea Iki 1959.
Vulkane unterscheidet man in aktiv, schlafend/inaktiv und erloschen.
Wir wandern 10 kurzweilige Kilometer und sind nach etwa 5 Stunden (mit Pausen) zurück am Besucherzentrum, durchgeschwitzt, ko in den Beinen und seeehr glücklich über die Eindrücke und Perspektiven direkt von ‚auf‘ den Vulkanen und Kratern.
Nach der Wanderung ist der Whirlpool zuhause besonders nett. Am liebsten ohne Whirl, weil er dann leise ist und wir die Geräusche um uns herum genießen können: tröpfelnden Regen auf dem Dach und auf den Blättern, Vögel und andere Viecherlies (den Kookie Frosch erkennen wir, anderes wissen wir nicht so genau).