Alle Beiträge von Yshija

Wandern, Schwimmen & Joggen = Triathlon, oder?

Tag 7: Wanderberge am Meer (Makarska)

Am nächsten Morgen ist der Wind weg und wir haben keinen Sturm mehr durch das Zimmer, wenn wir Zimmer- und Balkontür gleichzeitig öffnen. Sonne scheint, Plan wird geändert.

Eigentlich war die Idee, im Biokovo, einem Nationalpark auf dem Gebirge direkt vor der Tür, zu wandern. Zum einen haben wir verpasst, dass man vorher Tickets zu Uhrzeiten bucht, so dass die sinnvollen Zeiten jetzt weg sind, zum anderen hab ich seit kurz vor dem Urlaub eine kräftige Erkältung, die mich darauf achten lässt, Ausdaueraktivitäten eher portioniert und überschaubar anzugehen, daher suchen wir uns als Ersatz eine kleinere, überschaubare Runde für „hier“.

Die klingt einfach, endet aber streckenweise in wirklich schwer nachzuvollziehender Wegführung steil über Felsen, zumal wir ausstattungstechnisch auf „kleine Runde“ eingerichtet sind. Trotzdem sind wir 8 km unterwegs, haben schöne Blicke auf Adria mit Inseln und an die Alpen erinnerndes Felsmassiv auf der anderen Seite, streicheln Katze 7 bis 12, erfrischen uns mit Radler (das heißt hier so. Bier ist Pivo und Biermischgetränk ist Radler!), haben einen Snack und ein Eis und finden insgesamt dann doch hin und her und wieder zurück.

Das Meer lockt so schön zum Reingehen, klar, türkis, milde 22 Grad. Aus Planschen wurde 1 km Schwimmen – für uns nicht regelmäßige Schwimmer war das schon was und wir sind für morgen gespannt auf den Muskelkater.

Mein Mann nennt die Adria seit dem seine neue Lieblingsbadewanne.

Weil ich beim Wandern auch mit Höhe keine Auffälligkeiten hatte, ich gern mal sacht ausprobieren wollte, was Joggingtechnisch passiert, wenn ich es versuche, und es hier im Ort eine nette Uferpromenade gibt, die sich dafür anbietet, sind wir danach noch ein kleines 5km Ründchen Joggen gewesen. Kurze Strecke, das sachte Tempo meines Mannes, das für mich entspannt ist. Auch das hat ganz ohne Ausfallerscheinungen funktioniert. Bin sehr angetan, wie wenig meine Erkältung trotz ihrer morgens kräftigen Röcheligkeit an die Kondition geht! Wenns so bleibt und wieder abklingt, alles prima. Und auch dabei wieder: was eine schöne Strecke, mit Blicken auf Meer, Inseln, Ufer und die Bergkette auf der anderen Seite!

Abends Essen im Hotel, weil das gut aussah, was wir am Vortag da gesehen hatten. War auch so. Sehr tolle Küche! Und obendrein hatten wir einen tollen Kellner – die sind hier im Haus sonst eher spröde und wenig serviceorientiert.

  • https://freyja.com.hr/

Cruising the Coast

Tag 6: Küste mit Splitstop (206 von 207 km bis Makarska)

Heute ganz viel Cruising the coast, mit Start im zauberhaften und lieb gewonnenen Zadar, Zwischenstop in Split und Ziel Makarska. Die Adria zeigt sich wunderschön in strahlendem Türkis bis zu verschiedensten Schattierungen von tiefem Blau, und wieder Türkis, und wieder Blau – es ist schon nach dem ersten Tag quasi nicht zum Aushalten. Die vielen Inseln vor der Küste tun ein übriges für die Schönheit des Anblicks. Wir kringeln uns die Küste entlang, teilweise quasi direkt neben dem Wasser, teilweise obendrüber, teilweise weiter entfernt, so dass man es gar nicht sieht oder ahnt. Was in der Plitvicer Gegend Honig und Käse war (im Sinne von: Verkaufsbüdchen am Straßenrand), ist auf der heutigen Strecke Knoblauch, und auf den Feldern gesellen sich Olivenbäume zu Weinreben – hat ein bisschen was von Spanien.

In Split machen wir Halt für eine kurze Stärkung, die wir mit Bruschetta neben dem Diokletianspalast umsetzen. Als Nachtisch gibts seeehr tolles Eis in/neben dem Palast – und überhaupt macht dies sehr Lust, nach dem kurzen Reinschnuppern in ein paar Tagen zurückzukommen.

Unser Quartier etwas südlich von Makarska ist ein „richtiges“, großes Hotel. Es ist reichlich und unerwartet windig hier – kommt das von den Bergen östlich runtergeweht?!? Nach einem Spaziergang an der kleinen Uferpromenade, Abendessen und Drinks geht es ins Bett. Draußenspielen und so.

Notiz für den Inhaber: Testament Winery ist keine gute Namenswahl.

  • https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g295370-d24096410-Reviews-Gelateria_Amare-Split_Split_Dalmatia_County_Dalmatia.html

Böötchenfahren und Inselwandern

Tag 5: Zauberstadt und Inselwelt (Zadar)

Als wir geplant haben, wollte ich unbedingt mehr von den Inseln mitbekommen, als nur vom Ufer draufzuschauen. Als ich letzte Nacht wach wurde, fragte ich mich, was für eine blöde Idee das war – heute nach der Tour weiß ich wieder, warum und *dass* es eine tolle Idee war!

Wir sind zur Abwechslung mal wieder mit Wecker aufgestanden, weil es ab 9:00 im Hafen losging und wir dahin einen kleinen Fußweg hatten. Um die Zeit war es wolkig, aber sympathisch lockere Streifenwolken, die sich, je mehr die Sonne schien, peux a peux aufgelöst haben. Nette Überraschung: bei der für bis zu 6 Personen ausgelegte Tour waren wir die einzigen, was es nochmal entspannter mit unserem souveränen und kurzweiligen Kapitän Danko machte.

Mit einem Speedboat ging es zu drei vorgelagerten Inseln: Galovac, Osljak und Ugljan:

  • Galovac ist miniklein, nur von drei Mönchen bewohnt und bewirtschaftet, hat neben Kirche und Kloster die heimliche „Schreibstube“ des früheren Widerstands beheimatet und eine große Bibliothek, die leider nicht zu besichtigen war. Der weniger greifbare, aber doch deutlich berührendere Charme dieses Inselchens war die meditative, friedliche Atmosphäre, eine spirituelle Ruhe und leicht verwilderte Schönheit, die jetzt in der Nebensaison nicht von Touristenhorden verdrängt wurde. Ein Ort fürs Herz.
  • Osljak ist deutlich größer, mit im Winter immerhin zwanzig dauerhaft wohnenden Einwohnern, die aber, weil die Insel nur mit Boot zu erreichen ist, alle im Rentenalter sind – was auch für ihre Mini-Traktoren gilt, die zum Bootheben verwendet werden. Beschaulich und schön, wir haben sie nach der Umrundung noch bestiegen – immerhin 79m – und hatten von oben einen fantastischen Blick.
  • Ugljan ist die große, langgezogene Insel, die man von Zadar aus gen Westen vorallem sieht. Mit Fährverbindung, Autos, Schulen und was für ein paar tausend Einwohner dazu gehört. Für uns gab es Eis (@Jörg: das zweite bisher! 🙂 ) und noch einen Spaziergang und insgesamt das 4. bis 6. kraulfähige Kätzchen. Danach ging es mir dem Speedboat zurück nach Zadar.

Toll! Mit <3 und Ausrufezeichen! Das klare Wasser an sich ist schon traumhaft zum Anschauen, auf dem Wasser unter blauem Himmel unterwegs sein, macht wirklich Laune, und die Blicke und anderen Perspektiven waren einfach nur schön! Das lässt einfach nur staunen und genießen.

Nach einem Päuschen (zurück im Hotel hatten wir mehr als 20.000 Schritte) dann nochmal in die Stadt. Zum Essen hatten wir in einem Restaurant reserviert, dass sowohl die Rezeptionistin gestern als auch Danko heute empfohlen hatten, und zum oder nach Sonnenuntergang wollten wir nochmal an die wirklich besondere Promenade.

Die Meeresorgel ist ein architektonisches Musikinstrument, dessen Töne durch die Wellenbewegung des Meeres erzeugt werden, in dem das Wasser in Röhren strömt und dadurch Luft durch Orgelpfeifen gedrückt wird, was Töne erzeugt, die ein bisschen an Walgesänge erinnern. Wow.

Unweit davon der Gruß an die Sonne: Solarmodule mit LED-Lichtern im Boden angeordnet, 22 m im Durchmesser, die sich tagsüber aufladen und mit der Dämmerung beginnen, in unterschiedlichen Konstellationen zu leuchten. Wirkt auch nicht ganz von dieser Welt und zieht auch deswegen Touristen und Einheimische gleichermaßen an. Wie mich – da mag ich auch den zweiten Abend in Zadar verbringen.

  • https://adriatic-booking.com/
  • https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g1190829-d12994827-Reviews-Coko_Roko-Preko_Zadar_County_Dalmatia.html
  • http://www.bruschetta.hr/

Ohne Seen nach Zadar

Tag 4: Seen sehen (169 von 142 km bis Zadar)

Es regnet wie angekündigt – (fast) alles richtig gemacht und ab an die Küste – nach einem wirklich tollen Frühstück, vielfältig, frisch und mit kroatischen Spezialitäten, von denen ich bisher nur bei Kitchen Impossible gehört hab (besonders bisher die Käseversionen).

Durch die Weiten des Winnetou-Lands und unter mich anhaltend und wiederholt begeisternden Wolkenformationen fahren wir zurück an die Küste, wo die Sonne scheint. Zwischendurch wird – wie versprochen – das Auto gewaschen und nebenbei meistern wir die nur in kroatisch beschriebene Bedienung der Waschanlage – nicht ohne die Hilfe eines Einheimischen, der uns ein paar Kona Münzen dafür in die Hand drückt (Euros hätten laut bildhafter Darstellung funktionieren sollen, taten sie aber nicht; den Trick mit Scheinen hatten wir noch nicht probiert). Gleichermaßen charmant wie mühselig: er spricht nur kroatisch, wir „reden“ miteinander und irgendeine Frage lässt ihm keine Ruhe. Nachdem ich irgendwann Länder heraushöre und wir geklärt haben, dass wir aus Deutschland sind, habe ich irgendwann die Erkenntnis, dass es ihm um die Herkunft unseren Autos geht. Die Antwort „Japan“ stellt ihn dann jedenfalls sehr zufrieden, also muss es wohl so gewesen sein. Auf dem Hintergrundstück sagen wir noch zwei Braunbären „Hallo“ – wie vermutet ist das Symbol des Seenparks kein Zufall.

Auf der Anreise machen wir einen Schlenker zum und zu Fuß durch das kleine Örtchen Nin mit Kaffee, Eis und Sightbummeln, in Zadar gehts zur Unterkunft (dieses Mal – wie die nächsten Orte – für  2 Nächte).

Zadar wird am Nachmittags und Abend erbummelt. Die Altstadt liegt toll auf einer Halbinsel/Landzunge, mit Meeresorgel und  Gruß an die Sonne lockt die Stadt besonders zum Sonnenuntergang Einheimische und Gäste an die Promenade. Beides ist besonders, macht Spaß beim dasein und Leute beobachten gleichermaßen, besonders, wenn im Westen hinter den Kornaten die Sonne untergeht. Durch die Altstadt geht es zu netten Cocktails und dem dalmatischen Kirschlikör Maraschino (klar und herb – spannend!) und dann heim. Draußen spielen macht müde!

  • https://restaurant4kantuna.com
  • https://murobarzadar.com/

Heute schon: Seen sehen

Tag 3: Ankommen (221 von 181 km bis Plitvicer Seen)

Unser erstes Hotel hat von außen den wunderschönen Charme der K&K Zeit mit toller Lage und Blick, den baulichen Zustand aus den 60ern und das Frühstück stammt aus schlechten 80er Jahren. Challenge des Tages: nettes Mittagessen finden, damit wir gestärkt in den Nationalpark gehen. Das Wetter für Plitvice ist heute deutlich netter als morgen früh (was wir eigentlich gedacht hatten), und so haben wir uns umgeplant, heute Nachmittag schon Seen zu sehen.

Aus dem Mittagessen wird ein Bummel mit Kava (= Kaffee – das Wort ist lecker in mehreren Sprachen!) in Rijeka, wo wir unter anderem sehr nette Markthallen finden, dann cruisen wir durch sonnige Hügellandschaften zu den Seen.

Navigation mit Wayz erweist sich als… *räusper* … seeeehr kreativ, als bei der geplanten Abzweigung kein Schild zu den Seen steht und auch bei der nächsten nicht. Die nehmen wir dann trotzdem. Dieser Weg sorgte für den ersten, unerwünschten Adrenalinkick des Urlaub, als der ohnehin schon schmale Weg mitten in unwegsamem Wald mit „Baustelle“ und „einspurig“ gekennzeichnet wurde – was ja noch okay gewesen wäre – und dann unvermutet von einer Schotterstrecke in eine Schlammpiste mit uneinsehbaren Pfützen mündete. Natürlich fern jeglicher Ausweichstrecke und Zivilisation. Ohne eine Idee, wie weit das geht. Ich war „offiziell nicht glücklich“, half aber nicht. 5 km weiter freuten wir uns wie Schneekönige über eine wieder durchgehend asphaltierte Straße, und als der Mittelstreifen dazu kam, war unsere Erleichterung groß.

Wir kamen so mit etwa 1h Verspätung bei den Seen an, aber dann – die Seen! Wirklich wunderschöne Fälle zwischen schier unendlichen Seen, in (tatsächlich) 16 Stufen, wo es plätschert, strömt, rinnt, fließt, steht und man auf Holzstegen und Böötchen die Wässer überqueren kann. Wundervoll, und angenehmer Ausgleich zu dem stressigen Teil der Anfahrt.

Wir übernachten im nahen Themenhotel, das eher neuerer Art und wirklich fein ausgestattet ist. Es gibt lokalen Kräuterlikör gegen den Adrenalinkick und ein tolles Abendessen.

Und morgen gibts eine Autowäsche für unseren erklärten „Held des Tages“ – das hat er sich verdient.

Die Adria begrüßt uns in rosa und pink

Wie angekündigt klart es auf gegen Abend („wenn Engel reisen“ – ihr wisst schon) und wir spazieren beim Sonnenuntergang am Uferweg

Wir hatten es im Ganeum sehr gut – Food and Wine als Überschrift lockten in eine sehr gemütliche und stylische Location mit lokalen Schaumweinen und besonderer Küche. Ein Trüffelschwein wäre neidisch auf den Riecher… 😉 >>

  • https://facebook.com/ganeumlovran/

Not much to say about

Tag 2: Hauptanreise (594 von 595 km bis Rijeka)

Mehr Regen heute, und mehr Strecke. Sympathische Radiomoderatoren bei Bayern 3 („Chapeau, Chapöchen!“), biologische Pause in Österreich, sehr leckere Mittagsburger und günstiges Tanken in Slowenien – und schwups, wir haben ein neues Land auf der Gewesen-Liste.

Kurz vor der kroatischen Grenze fällt mir dann ein, was ich Zuhause vergessen habe: den neuen Lonely Planet. 🤭😂

Ankommen, duschen, bisschen Beine vertreten, bunte Getränke. Reicht für heute – ab morgen sind wir *da*.

  • https://www.western.si/

Wie Zuhause

Im Arthotel Ingolstadt – verkehrsgünstig zur Autobahn – begrüßt uns im Flur ein sitzender, goldener Engel, das Kinn aufgestützt. In unserem Zimmer hängt eine blaue, nackte Frau an der Wand, beim Frühstück gibt’s graue Eierbecher mit Herzen.

Wie Zuhause <3

– 400 genau dieser goldenen Engel wurden 2007 im Rahmen der Kunstinstallation  „Tatort Paderborn – Irdische Macht und himmlische Mächte“ in der Innenstadt angebracht und danach verkauft, so dass man sie bis heute sieht. In Ingolstadt gab es 2013 eine ähnliche Aktion.

– Ein sehr ähnliches Bild einer nackten, blauen Frau hing jahrelang in unserem Wohnzimmer in der Riemekestraße.

– Diese Eierbecher habe ich vor Jahren in Hannover gefunden und für hauseverschönerungswürdig befunden.

Up, Up and away! Auch ohne Flugzeug

Tag 1: Voranreise (483 von 483 km bis Ingolstadt)

Noch nicht mal Urlaub, und schon unterwegs!

Ursprünglich wollten wir morgen fahren, haben dann etwas umgeplant und die große Anreise auf zwei Etappen geteilt. Daher der Start heute nach pünktlichem Feiermittag.

Das Gepäck passt in den kleinen Kofferraum: tschakka! Lilys Frosch macht die Klappe zu.

Wetter heute: Regen um uns herum, aber wo wir sind, scheint meistens die Sonne. Luft und Sicht sind toll klar und weit, Regenbögen, Abendlicht und Wolkenformationen wunderschön.

Ansonsten sind 483 km im kleinen Hänänän* kein reines Vergnügen, aber wir wollen ihn ja in Kroatien haben. Apropos: so weit war der kleine Weiße noch nie! So schwer beladen auch nicht! Verrückt.

(* Mazda MX-5)

Freue mich. Auf selbstbestimmte Tage in abwechslungsreichen Landschaften, mit wunderschönen Eindrücken, viel Sonne, tollem Essen und in bester Gesellschaft <3

T -1 Alle(s) bereit

Vor zwei Tagen hatte ich festgestellt, dass die Luft raus ist, arbeitstechnisch. Ich mag meinen immer noch etwas neuen Job wirklich sehr, aber der erste Urlaub länger als eine Woche seit Oktober ist einfach mal dran, jetzt so.

Es ist alles gepackt, Katzenbetreuung organisiert, und wir müssen nur noch morgen Feierabend machen und losfahren.

Wir zwei und Lilys Frosch, der sehr gut auf meine Canon in ihrer (meiner) niegelnagelneuen Tasche aufpasst <3

Cabrio cruisen an kroatischen Küsten

Seit langem haben wir mal wieder eine Cabriotour geplant – die kroatische Mittelmeerküste mit einem kleinen Autowagen zu erkunden, hatte mein Mann schon länger im Kopf. Dieses Jahr ist es soweit. Vor einigen Monaten haben wir die Details ausgetüftelt und sehr bald sind wir schon mitten unterwegs. Aktuell freue ich mich sehr auf einen selbstgeplanten und selbstbestimmten Roadtrip mit vielen spannenden Zielen, Eindrücken und Erlebnissen in verhältnismäßig kurzer Zeit.

Das ließ in mir die Idee des Reisetagebuchs wieder aufleben – et voila! Ich starte in der absichtsvollen Hoffnung, dass ich das diesen Urlaub ähnlich regelmäßig wie auf Kuba oder Hawaii hinbekomme.

Bis es richtig losgeht, starte ich mit … dem schon vor einer ganzen Weile ausgetüftelten Plan:

  • Tag 1: Voranreise (483 km bis Ingolstadt)
  • Tag 2: Hauptanreise (595 km bis Rijeka)
  • Tag 3: Ankommen (181 km bis Plitvicer Seen)
  • Tag 4: Seen sehen (142 km bis Zadar)
  • Tag 5: Zauberstadt und Inselwelt (Zadar)
  • Tag 6: Küste mit Splitstop (207 km bis Makarska)
  • Tag 7: Wanderberge am Meer (Makarska)
  • Tag 8: Küste mit Brückenneubau (157 km bis Dubrovnik)
  • Tag 9: Adriaperle und Wendepunkt (Dubrovnik)
  • Tag 10: Küsteninseln und Inselküsten (200 km bis Brac)
  • Tag 11: Inselfreu(n)de (Brac)
  • Tag 12: Split satt (53 km bis Split)
  • Tag 13: Geburtstagscruisen (330 km bis Crikvenica)
  • Tag 14: Halbinselrunden (107 km bis Triest)
  • Tag 15: Italienischer Abschluß (Triest)
  • Tag 16: Heimfahrt (727 km bis Bamberg)
  • Tag 17: Resthüpfer (327 km bis Zuhause)

(Entfernungen sind gemessen von Unterkunft zu Unterkunft – angedachte Strecke mit Unternehmungen ist teilweise deutlich mehr)

mana’o

Denken, Gedanken, erinnern

Notizen für unser nächstes Mal oder andere Paradiessuchende:

  • Schuhe: Flipflops, Barfußschuhe und Wanderschuhe reichen, mehr braucht man nicht. Wanderschuhe sind nicht immer nötig, aber machen bei den teils rudimentären Wegen Sinn. Wenn man keine guten Flipflops hat: hier kaufen. Olukai ist die Marke unseres Vertrauens, untypisch bequem mit Fußbett und in tollen Varianten. Barfußschuhe für den ein oder anderen Strandabschnitt kriegt man günstig in DE.
  • Klamotten: weniger einpacken und Mitbringsel shoppen. Waschmöglichkeiten gibt’s auch oft.
  • Unterkunft: wir haben wieder sehr tolle Erfahrungen mit Pensionen / B&B gemacht (wobei das zweite B hier nur selten Bedeutung hat). Klein, gemütlich, beschaulich, urig. Oft unkompliziert mit Selbst-Check-in nach ausführlicher Beschreibung. Klappte immer gut.
  • Lage: auf Oahu, Maui oder Kauai reicht eine Unterkunft, wenn man sie ein bisschen zentral wählt; die Inseln sind so klein, dass man gut an einem Tag drumherum fahren kann. Anders auf Big Island; zu weitläufig, um sie von einem Ausgangspunkt zu besuchen. Sinn machen Kailua-Kona im Westen und die nordöstliche Gegend um Hilo / beim Vulcano National Park.
  • Waikiki: Ist ein Muss zum Sein, aber Unterkunft hier nur kurz und/oder eher mehr Geld in die Hand nehmen. Die Stadt schläft kaum, in preiswerten Zimmern gibt’s oft nur Lamellen-Glas-Scheiben, die jedes Geräusch reinlassen, als wäre man direkt daneben, und es gibt reichlich Lärm zu Zeiten, wo man das nicht will. Das macht die Nächte kurz.
  • Erreichbares Handy macht Sinn. Danach wird man ständig gefragt, bei Reservierungen und Buchungen (als Faustregel: Pro angefangene Woche 1 Gigabyte).
  • Flug: haben wir für uns optimiert mit einmal umsteigen in SFO und einer zusätzlichen Nacht da auf dem Rückweg. Nicht die preiswerteste Verbindung, aber macht schrecklich Sinn für uns. Zudem: von SFO werden verschiedene Inseln angeflogen, wenn man das clever plant, spart man einen Inter-Insel-Flug.
  • Mietwagen: macht Sinn für Flexibilität. Niedrigst notwendige Kategorie aus DE reservieren und dann überraschen lassen. Wir haben bei 3 von 4 Fällen ein Upgrade bekommen, und auch die kleine Kategorie reicht, um über die Inseln zu kommen. Die Mietwagenpreise sind pro Woche, also lieber für 6 als für 8 Tage mieten.
  • Die US-amerikanische Bonus/Rabatt-Mentalität ist für uns ungewohnt, aber auch auf Hawaii verbreitet. Bei Mietwohnungen gab’s teilweise eine Einkaufskarte für einen Supermarkt, die lohnte, anderes wurde uns nach vorangegangener Buchung günstiger angeboten. Einfach drauf achten und mitnehmen, wenn’s passt.
  • Wer surfen mag, aber in dem Bereich unbedarft ist, da macht es Sinn, eine Weile vorher Gleichgewichtstraining in das normale Training zu integrieren.
  • Maui: mindestens ein Wochenende einplanen, für Swap Meet (Sa) und Sonnenuntergang mit Party am Little Beach (So)
  • Reservieren am besten vor der Reise, wenn man’s machen möchte: Shangri La (Oahu), USS Arizona Memorial (Oahu), Haleakala zum Sonnenaufgang (Maui), Lava Boat (Big Island)

i ka hale

Zuhause, Heimat

Reisen ist anstrengend, aber das Paradies war wieder wundervoll. So wundervoll, begeisternd und glücklichmachend, dass wir die Reise wieder machen werden, so etwa in fünf Jahren. Bis dahin schwelgen wir in Erinnerungen. Jetzt sind wir erstmal Zuhause und kommen langsam an. Schlafen müssen wir reichlich, später. Aloha, Welt. Und Frohe Ostern!

Lele

FlugLange und tief geschlafen. Frühstück an der Ecke im niedlichen Golden Café. Sowohl bei Temperatur (12 Grad) als auch Preisniveau (27$ für 2x Frühstück) ist SFO praktisch, um sich einem normaleren Level zu nähern.In der Hotellobby singt der Rezeptionist, als wir auf den Shuttlebus zum Flughafen warten. Es geht heim.

Ohana

Familie

Der Flug von HNL nach SFO dauert 4 1/2 Stunden, in denen wir nur wenig Schlaf finden. 3h Zeitverschiebung dazu, dann durch Flughafen, den BART, ein paar Straßen, und es ist Morgen, als wir im Hotel ankommen. Der Nachtportier ist entsetzt bei der Idee, vor 11am einzuchecken, und wir ziehen uns in den Restrooms um. Die letzten Tage war es regnerisch in San Francisco, aber für heute war Sonne angekündigt. Als die Tagschicht gegen 7am kommt und uns in der Lobby sieht, versteht sie gleich und quartiert uns ein, so dass wir uns kurz frischer machen können.

Ein sehr lieber Freund holt uns gegen 8 Uhr ab und „takes us around“: sensationelle Aussicht von den Twin Peaks (mit besserem Wetter, als er je hatte 😉 ). Staunendes Bummeln in Stanford und noch mehr auf dem Google Campus. Wow. Coole Arbeits-Philosophie – da können sich einige Arbeitgeber was abschauen! Entspanntes Bummeln durch Alamedas niedliches Zentrum und am Ufer der Bay, gemütliches Essen Zuhause mit der Familie. Viel unterwegs, aber genau das richtige Tempo nach der kurzen Nacht.

Nur kurz weg aus Hawaii und doch eine völlig andere Welt, vermutlich auch, weil wir nach dem Flug nicht völlig auf der Höhe sind. Wir fallen um, nachdem wir die Weiterreise koordiniert haben.

Haole

Fremder

Wir packen und räumen unsere sehr sympathische Ferienwohnung in Ewa Beach. Wir winken dem gemütlichen Büdchen am Strand zu. Essensreste haben wir gestern getilgt, heute gehen wir „local“ frühstücken. Kountry Style Kitchen ist ein sehr nettes, untouristisches Diner mit rustikaler Hühnerdeko und einer Grinsekatze, die uns bedient. Eine heisse Milch gäbe es nicht, sagt er, aber kalte kann ich bestellen, sehe ich in der Karte. Die Frage, ob sie eine Mikrowelle haben, spare ich mir. 😉

Eier, Hashbrowns, Bacon, Ananas, French Toast, weisser Toast schmecken gut und deftig.

Für heute haben wir uns – hoffentlich – Unschwitziges vorgenommen und bummeln durch Honolulu Downtown, Chinatown, Univiertel und nochmal Waikiki. Aber – hey – es *ist* heiß heute, gefühlt mehr als sonst.

Wir stellen fest, dass das Five-O Headquarter nicht der Iolani-Palace ist, sondern das gegenüber liegende Ali’iolani Hale. Beim knapp 50 Jahre alte Capitol freuen wir uns wieder über die sehr gelungene Gestaltung und Zeitlosigkeit. Bei der Uni gibt es tatsächlich sowas wie eine Fußgängerzone :-), und Chinatown ist nicht von der Gestaltung, aber von den Inhalten sehr exotisch und abwechslungsreich.

Im Gegensatz zu den ersten Vierteln heute ist Waikiki sehr touristisch, aber wirklich nett dabei, erstaunlich, ist aber so. Hat chilliges Flair, ein bisschen Geschichte, schick und leger lustig nebeneinander. Macht Spaß. Und: es gibt Dole Whip Ananassofteis <3 und mal wieder einen Espresso (habe wenig Kaffee getrunken, hier).

Wir stärken uns – Texmex heute – und zum Sonnenuntergang sind wir leider mit Fahrt zu Flughafen, Autorückgabe, Sicherheitscheck und langen Fußwegen durch den Flughafen beschäftigt. Eine frohe Botschaft: die Plumeria-Stecklinge, die ich mir seit ein paar Tagen zusammen gemopst habe, gehen anstandslos durch die Agricultural Inspection. Juhu! Bisschen Hawaii-Blumen päppeln für Zuhause.

Umziehen in Flugzeug-Klamotte, ein Getränk an der Bar, und dann ab in die Maschine nach SFO.

komohana

Westen

Unser letzter, ganzer Tag. Wir haben uns eine kleine, ländliche Wanderung ausgesucht, zum Ka’ena Point, dem Westzipfel von Oahu. In der Ecke waren wir noch nie. Sonnig, aber ohne Steigung, nicht zu lang, damit am Nachmittag noch etwas Zeit am Strand ist.

Auf der Anfahrt wundere ich mich über Bahnschienen; später lese ich, dass die Wanderstrecke entlang der alten Bahnlinie läuft. Dass es zu Zuckerrohrzeiten eine gab, war mir klar – aber warum, zum Henker, hat man die nicht über das leicht hügelige Inselinnere geführt, quasi durch die Plantagen, sondern ganz aussen herum, wo sonst nix war oder ist? Komische Ideen gibt es.

Die Strecke ist schön. Nicht zu verfehlen an der Küste entlang, mit Blick auf tosendes Türkis, tiefes Blau, rotbraune Berge und niedriges Grün in hell und dunkel.

An der Spitze ist ein Vogelschutzgebiet und es wirkt ein bisschen nach Nordsee mit dem durch dickes Seil gekennzeichneten Fußweg, hellem Sand und niedrigem Gewächs. Wir sehen kreisende Albatrosse und – natürlich bei der exponierten Lage – einen ehemaligen Bunker.

Blick gen Westen: von Kauai, der Insel, ist nichts zu sehen, aber die Wolken sagen, wo sie sein muss. 😉

Zurück ‚Zuhause‘ mit kleiner obstiger Stärkung an den Strand, ins Wasser, Sonnenuntergang und so.

Heute Abend gab es Resteessen und zum Nachtisch „German chocolate cake“, von dem wir dachten, er könnte zumindest Unterhaltungswert haben. Recht gehabt. Kokos ist ja *so* typisch deutsch! ?

Und die örtliche Katze wird anschmiegsam und tretelt.

Übrigens: wenn ich das Wetter nicht explizit erwähne, dann weil es normal schön ist, sonnig mit ein paar Wolken, über die Mensch sich freut, weil’s sonst zu warm wäre 😉

Kaua

Krieg

Heute klappt es mit Karten. Um kurz nach 9:00 sind wir auf dem Gelände des World War II Valor in the Pacific National Monument und bekommen Karten für die Fahrt zum USS Arizona Memorial um 13:15. Weil wir heute Zeit verbringen würden, sind wir gestern ja gleich weiter, passt also.

Die USS Bowfin schauen wir uns als erstes an. War das 15t erfolgreichste U-Boot der US-Flotte. Ich fühle mich dadrin versteampunkt und habe Respekt vor den Menschen, die sich mit dieser Technik aufs und unters Meer gewagt haben. Seitlich der Brücke eine gemalte Flagge für jedes versenkte Schiff, viele Japaner (zivile (!) und militärische) und ein Franzose.

An Land dazugehörige Torpedos, Steuerraum und anderes. Von den Japanern ein Kaiten, ein Ein-Mann-Suizid-Torpedo – krasser Sch####.

Das Gruseligste: der Gift-Shop mit Merchandising. Glorifizierung at its best. Patronenhülsen als Gimmicks und anderer Bowfinkram, bei dem man nix von kritischer Auseinandersetzung merken konnte, obwohl sie die Überschrift „Remember. Understand. Honor.“ über vieles setzen.

Mit anderen Gedenkstätten, Ausstellungen, Hot Dog und Eis haben wir die Zeit bis zu unserer Überfahrt gut überbrückt. Die ging los mit Sicherheitseinweisung und einem ziemlich gut gemachten Informationsfilm zum historischen Kontext. Danach war die Crowd tatsächlich still, großteils ruhig und besonnen. Die Überfahrt war kurz, schöne Perspektiven auf das Monument und auch die Missouri.

Dann: da. Wow. Ein wirklich besonderes Bauwerk über dem schrecklich schnell zerstörten Schiff. Auch hier Ehrung (natürlich!), aber der erzieherische, kritische Gedanke kommt besser durch. Viel besser als bei allem auf dem Festland gezeigten. Wenngleich sie (nochmal: natürlich) nicht zu dem Punkt kommen, etwas wie ’no more war‘ zu sagen. ‚Wie‘ das Verstehen und die Erkenntnis aussieht, lassen die Aussteller offen, obwohl es nach dem Gezeigten nur eine Schlussfolgerung geben *kann*.

Lang und bedacht genug war der Tag. Wir haben Lust auf koreanisches BBQ, aber der erste Laden hat zu gemacht und der zweite heute geschlossen wegen Dreharbeiten (wofür finden wir nicht heraus, aber Five-O ist wahrscheinlich). Vor dem dritten Koreaner schwatzen wir lange mit einem Einheimischen und nehmen danach ‚Hawaiianisch‘. Zum Mitnehmen an unseren Strand – daran könnten wir uns gewöhnen.