Santa Clara – Mon Mar 14 16:00

Mit einigen schönen Ansichten und Japanerstops in Playa Ancon (Kubas schönster Karibikstrand) und einem Mirador über dem Valle de las Ingenias weiter bis Santa Clara gefahren, Füße schonend. Auf der Reinfahrt bei der Che-Statur am Mausoleum einen kurzen Stop gemacht.

Unsere Casa (Hostal D’Cordero) ist wieder sehr niedlich. Mehrere, heftige hohe Zimmer liegen um einen beschatteten Innenhof mit plätscherndem Springbrunnen und verschiedenen Sitzgelegenheiten (natürlich auch Schaukelstühle), viele, verzierte Gitter überall, verschnörkelte Möbel in unserem Zimmer, Nachtschränkchen und Schminktisch mit Marmorplatte…
Unser Auto parkt vor dem Haus, für 2 CUC bewacht.

Wir machen einen ersten Rundgang zur berühmten Tabakfabrik (gerade Mittagspause, aber ein bemühter Jinetero erzählt etwas und lässt uns durch Fenster schauen), über den Boulevard (eine Fußgängerzone! Wieder mit Geschäften! Und an einigen muss man anstehen, um rein zu kommen…) und um den zentralen Park. Zum ersten Mal nehmen wir Snackbuden wahr, in denen Einheimische essen. Wir essen die beste (umgerechnete) 30 Cent-Pizza unseres Lebens.

Der CUC ist nur dazu da, die Touristen auszunehmen, glaube ich.
Auch die Wertschöpfung bei den Zigarren ist krass und alleine schon fast Grund, keine kubanischen Zigarren zu kaufen. Oder anders: außer, dass die Regierung nichts davon hat, wüsste ich nicht, warum man nicht auf der Straße kaufen sollte, wenn man sich die Ware gut anschaut.

Dinner & Drinks, Trinidad – Mon Mar 14 09:00

In einer ganz netten Lonely Planet Empfehlung essen wir leckeres Huhn mit Honig und Zitronensoße und probieren den Trinidad-Cocktail Canchanchera (auch mit Honig, der unten im Becher klebt und schlecht zu trinken geht; naja, wir habens mal probiert). Mit einem kurzen Cocktailstop gehts dann zurück in die Casa auf die Dachterrasse.
Etwas später kommen Ted und Heather wieder dazu und es wird ähnlich unterhaltsam und lustig wie am Abend davor. Diese Reise ist Teds Wunsch zu seinem Geburtstag. Heather hat ihre letzten, runden Geburtstage in Paris gefeiert. Sie kommt auf die Idee, ihren 70sten in Berlin zu feiern, wo sie einige Jahre gelebt hat, als ihre älteste Tochter geboren wurde. Ich versichere, wir wären gern behilflich und würden genauso gern mitfeiern. Ted empfiehlt uns Australien als Reiseziel, das würde uns gefallen, denkt er. Heather sagt, wir sollten dann unbedingt Bescheid sagen und ihre in Australien lebende Tochter besuchen. Ein Wiedersehen wäre schön, wo auch immer.
Am nächsten Morgen tauschen wir Emailadressen, bevor wir weiterfahren.

Lonely Planet Fotowalk, Trinidad – Sun Mar 13 19:00

Derweil mein Schatz sich ausruht, nehme ich mir die vom Reiseführer empfohlene Tour vor. Kaum am Einstieg angekommen, komme ich mit einem Deutschen ins Gespräch, der auch mit Lonely Planet reist und die Fototour gehen mag. Er wird nicht mein bester Freund, bisschen großes Ego, aber es ist ganz witzig. Und er spricht fließend spanisch, was hilft, zu kleinem Eintritt auf einen Aussichtsturm zu kommen. 😉
Tolle Motive auf der Tour, farbenfrohe Häuser und im Hintergrund die Sierra. Einige alte Männer und Frauen sitzen an der malerischen Straße. Ich bin nicht sicher, ob sie das machen, weil die Straße ihr Wohnzimmer ist, oder weil sie hoffen, ein paar CUC für Fotos zu bekommen. Wenn eine Familie draußen Spiele spielt oder zwei Männer ein Mofa reparieren ist das klarer.

Tendenziell ist die Karibik ziemlich schwül, finde ich.

Saito de Caburni, nördlich von Trinidad – Sun Mar 13 15:00

Uffz. 8 km klingen erstmal nicht viel, aber das bei diversen Gefällen und einem auf kubanische Art ausgebauten Wanderweg macht Spaß, gibt aber auch mächtig Grund zu fluchen. Tolle Landschaften und Bäume gesehen, mit üppigen Epiphyten und Orchideen, Farne und einiges, was in Deutschland für Topfpflanze gehalten wird. Schweinchen und Hühner gabs hier auch wieder freilaufend – draußen tobende Ferkel und munter stobende Küken sind was Feines und machen Spaß.
Der Wasserfall war ein hübsches Fleckchen Erde, mit Stärkung durch Wasser und kubanischen Müsliriegel (Erdnüsse, mit Honig verklebt, in Riegelform).
Auf dem Weg erstaunlich hohe Deutschsprachen-Quote; Deutsche mögen Wandern in der Natur offensichtlich mehr als andere Nationen. Franzosen gabs auch einige.
Der Rückweg war anstrengend, ganz besonders für den angeschlagenen Fuß. Daher zurück in die Casa und ausruhen.

Dinner in the dark, Trinidad – Sun Mar 13 08:00

Gestern Abend als ich geduscht hab, fiel wieder der Strom aus. Stockdunkel im Bad. Mein Mann hat mir eine Taschenlampe reingestellt; damit dann alles prima. Aber auch in der Küche unter uns im Erdgeschoß wars dunkel, und da wollten wir uns bekochen lassen…
Die Aussicht auf ein stromloses Trinidad macht uns neugierig. Auf der Dachterrasse treffen wir auf zwei ältere Engländer, die dort auf ihr Abendessen warten. Wir beschließen, bei Cuba Libre gemeinsam zu warten (deren Organisation im Dunkeln über drei Etagen ist nicht leicht, aber schließlich vollbracht). Gesprächsthemen gibt es viele: Lebensgeschichten, Reisen, UK, Kuba, das Ganze mit trockenem, britischem Humor – und einige Londontips fallen nebenbei für mich ab 😉
Irgendwann erste Lichter in gewisser Entfernung, nach einer guten Stunde Strom zurück. Applaus überall in der Nachbarschaft, und wir machen mit.
20 min später werden wir zum Essen gebeten, das zweimal von kürzeren Stromausfällen begleitet wird. Aber wir haben Taschenlampe, Cuba Libre, chilenischen Weißwein, Zigarren zum Testen, geliehenes Feuerzeug und viel Spaß zu viert. Toller Abend!

Die Nacht ist für mich nicht sehr gelungen; zu warm und schwül im Zimmer. Zwischendurch eine Weile Klimaanlage eingeschaltet, dann gings besser.

Übrigens wurden heute die Uhren eine Stunde verstellt; Kuba macht das zwei Wochen vor Europa, gemeinsam mit Festland-USA. Nicht alle Uhren machen das mit, es gibt etwas Verwirrung bei einigen Gästen der Casa.
Für uns ist der Effekt: sechs Stunden Unterschied beim Hinflug, eine zwischendurch, fünf dann beim Rückflug, und dann machen wir die normale Umstellung in Europa mit.

Eine kleine Wanderung wollen wir versuchen; mal schauen, wie der Fuß mitspielt. Auch gleich früh – jetzt am Morgen ist die Luft angenehm.

Nachmittag, Trinidad – Sat Mar 12 19:00

In der Stadt lässt sich fein bummeln, das Fuß-schonen endet in einigen Snacks und noch mehr Souvenirlädchen. Finden ein paar nette Dinge und andere merken wir uns. Voll ist die Stadt mit Touristen, ich kann kaum mal Fotos ohne oder mit wenigen machen. Mal wieder werden wir auf der Straße wegen Zigarren angequatscht, und weil mein Mann neugierig ist, reagiert er darauf und der Kubaner führt uns in ein Haus, in dem im Eingangsflur die Oma auf einer Röhre fernsieht, ein kleiner Junge mit Plastikpistolen spielt und der Kumpel im fraglichen Zimmer erst aus dem Bett bugsiert wird. Auf dem Bett im Nebenzimmer breitet er dann das Angebot aus, mein Mann schaut, ich bleibe in der Tür stehen; ganz geheuer ist es nicht. Aber alles gut. Zum Probieren sucht mein Bär ein kleines Päckchen für 10 CUC aus – reicht, um herauszufinden, ob oder was an den Warnungen dran ist. Die Zigarren von unserem Tabakpflanzer waren quasi auch von der Straße und gut! Für den Vergleich gehen wir dann in einen offiziellen Laden und kaufen da auch ein kleines Päckchen. Den Zigarrenschneider haben wir schon gemeinsam mit meinen Souvenirs erstanden. 😉

Beim Postkartenstöbern kommt mir die Idee, wenn, dann Karten in S/W zu verschicken. Wenn ich schöne finde – das ist nicht so ganz einfach.

Trinidad – Sat Mar 12 14:00

Trinidad ist kleiner als gedacht und hat noch großteils Kopfsteinpflaster. Die Casa-Umsortierung klappt gut. Unsere geplante Wirtin, deren Mutter gestorben ist, bringt uns eineinhalb Straße weiter zu der neuen Casa. Außen pfui, innen hui gilt hier wohl öfter. Unsere neue Casa ist sehr hübsch, farbenfroh, nett verwinkelt, gut in Schuss und geschmackvoll eingerichtet mit beigen Zimmerwänden (Außenmauer zur Straße in fuchsia, Frühstücksterrasse zwischen kräftigem rot und türkis, Dachterrasse noch neu und ohne Farbe). Nigelnagelneues Bad mit Fön (wer braucht das hier?!), extra Zimmer für den obligatorischen – und notwendigen – Kühlschrank. Wir stellen die Möbel um, so dass wir mehr Platz haben und die Tür zum Kühlschrankraum (der viel Fenster und keine Beschattungsmöglichkeit hat) schließen können. Mein Mann sagt, wenn unser Hotelzimmer auf diese Art ist, würde ihm das sehr gefallen.

Apropos Mann: meiner hat Schmerzen am Fuß seit gestern, wir sind etwas fußlahmer als sonst. Heute schonen wir ihn und bleiben nur ein bisschen in der Stadt, damit wir morgen hoffentlich wandern können.

Adios, Cienfuegos – Sat Mar 12 10:00

Unsere Casa hat einen riiiiesigen, amerikanischen Kühlschrank und eine Mikrowelle; so ein Mikrowellen-Ping hatten wir lange nicht gehört.
Frühstück wieder ähnlich mit Obst (Banane, Ananas, Guave und Papaya), frischem Obstsaft, Kaffee und Milch, zwei Eiern nach Wunsch, Brot und Honig. Marmelade und weiche Brötchen sind hier eine Besonderheit.

Bevor wir fahren, berichtet Maria (größtenteils Englisch), dass unsere Agentur aus Havana angerufen hat. In der Familie unserer nächsten Casa in Trinidad gab es einen Trauerfall und die Familie ist unterwegs deswegen. Wir sollen jemanden (Agelina…) vor dem geplanten Haus treffen, die uns zur Ersatz-Casa bringt.

Lonely travellers, Cienfuegos – Fri Mar 11 21:00

Gut gegessen im Bouyon 1825, mit Rind (ergo ein staatliches Restaurant, die haben auf Rind ein Monopol), Huhn, Flan, Kuchen und Beilagen.
Lustig ist, dass man manche Touristen häufiger sieht: beim Snack am Mittag, beim Sightseeing zu Fuß, beim Dinner abends. Gibt einige Leute, die mit dem Lonely Planet reisen, das fällt hier in Cienfuegos besonders auf.
Den Sonnenuntergang haben wir nur von Ferne gesehen – passte nicht. Aber das Städtchen bei Abendstimmung ist auch toll!
Autos sind hier – wie wohl überall auf Kuba – lustig gemixt mit Oldtimern, ’neueren‘ Modellen (nur 20-30 Jahre alt), Mopeds, Tuktuks, Fahrrädern, Fahrradtaxis und Fuhrwerken, aber es stinkt nicht so übel wie in Havana, eigentlich gar nicht. Sehr irritierend: ab und zu gibts ein Elektromoped, leise und ganz ohne Abgas.

Wir beschließen den Abend mit Cuba Libres und Zigarre auf dem Balkon unserer Casa im ersten Stock, mit Blick auf den Parque Jose Marti.

„Granada“, Cienfuegos – Fri Mar 11 16:30

Spazierenschlendern durch Cienfuegos (… Ich muss bei dem Mittelteil des Namens immer an Harry denken ;)) ist sehr nett und entspannend. Tolle Häuser hier, französisch-kolonial angehaucht, bisweilen mit maurischem Touch. Es gibt Fußgängerstraßen mit Geschäften, in denen Ware liegt – beides ungewöhnlich.
Wasser auf zwei Seiten, Dachterrasse mit Sonne und Saft (aus Tetrapak – hab ich zu spät gesehen). Im feudalen Club Cienfuegos ein Espresso. Von hier hat man tollen Blick auf den Hafen und wahrscheinlich Sonnenuntergang. Aber erstmal zurück zur Casa, Sonne und Sauerstoff machen müde. Nehmen daher ein Fahrradtaxi.

Oh, auf dem Weg einen Minisuper gesehen, den ersten Laden, den man Supermarkt nennen darf, von Größe und Bauart her. Rumpreise sind auf Kuba identisch, die Regale lassen eine größere Auswahl vermuten, als es sie hat, aber immerhin sind sie gefüllt. Milchpulver kann man hier kaufen – wichtig für originale Pina Coladas. Und wir haben zum ersten Mal lokale Peso untergejubelt bekommen, eine 3 Peso-Münze. Für die Sammlung – ist Che drauf, die nehm ich gern.

Cienfuegos ♥ – Fri Mar 11 12:00

Cienfuegos hat uns auch lieb. Bisschen wie Vinales: fein und nett, trotz seiner Größe. Toller baulicher Zustand – UNESCO sei wohl Dank.
Unsere Casa Maria di Lourdes ist erst schwer zu finden, aber gefunden dann sehr nett, geräumig und sauber. Die Casa liegt direkt neben dem schönsten Platz der Stadt.
Bad mit Badewanne, Bidet, Ablagefläche, großem Spiegel und heißem Wasser mit Wasserdruck (alles nicht selbstverständlich). Im niedlich verwinkelten, ballettschuh-beigen Zimmer haben wir reichlich Platz und Außenfenster an drei Seiten. Es gibt zwei verschmuste und zutrauliche und ein schüchternes Gastkätzchen sowie einen Gasthund. Maria hat die Tiere von der Straße geholt. Wir trinken Ananassaft zur Begrüßung. Schön hier.

Auf dem Weg hierher das wundervolle Türkis der Schweinebucht bewundert. Das sehr seicht abfallende Wasser ist mächtig malerisch. Hachz.
Die Straße hierher (über Land) war übrigens erstaunlich gut und sehr wenig touristisch; zwischendurch gabs nicht mal Casas und Dörfer, in denen wir das einzige Auto zwischen Pferdefuhrwerken waren. Bis zu 80 km/h – das hatten wir im Norden ganz anders.

Ohrwurm dieser Reise, Playa Larga – Thu Mar 10 22:00

Aruba, Jamaica, uh, I wanna take ya
To Bermuda, Bahama, come on pretty mama
Key Largo, Montego, Baby why don’t we go
Down to Kokomo, we’ll get there fast, and then we’ll take it slow.
Thaaats where we wanna go – way down to Kokomo

Vermutlich ist es aus heutiger Sicht ziemlich trashig, aber ich mag Cocktail mal wieder schauen. 🙂

Übrigens macht man Pina Colada hier mit Milchpulver. Sahne gehört da nicht rein, genauso wenig wie Limette in Mojito.

Chuchi Pescador, Playa Larga – Thu Mar 10 21:00

Abends Meereszeug in Marios Empfehlung gegessen: Languste, Fisch, Kalamaris und eine große Muschel. Die Muschel war nicht so meine, alles andere sehr gut, für vergleichsweise kleines Geld. Feiner Abend.

Der Sonnenuntergang hatte wenig Wolken, war daher eher unspektakulär. Das können wir hier an der Südküste aber noch ein paar Mal machen, und auch in unserem Insel-Strandhotel müssten wir Blick nach Westen mit Wasser finden.

Atardecer, Playa Larga – Thu Mar 10 18:00

Wir sind hier Südküste, da könnte man Sonnenuntergang haben.
Also suchen wir uns ein Plätzchen, von dem man Wasser in Richtung Sonne hat und warten. Andere Touristen kommen auf dieselbe Idee und gesellen sich dazu.
Die Getränkebude sieht geschlossen aus, aber jemand geschäftstüchtiges wuselt dahinter. Da nehmen wir Kubas Freiheit.
Und warten.

Bei fast jedem Ort (bis auf Vinales) brauchen wir ein bisschen, um mit dem Ort warm zu werden. Auch hier fühlen wir uns jetzt wohl. Hat seinen Charme.
Diese Unterkunft ist vermutlich die bestsituierteste oder die mit den besten Beziehungen bisher: es gibt zweilagiges Klopapier, die Mc Ilhenny Tabascososse, Nestle-Kakao und einen großen Flachbildfernseher mit Spielekonsole.

Las Salinas & Playa Larga – Thu Mar 10 16:00

Geführte Tour ist nicht ganz einfach. Man ‚einfach‘ soll zum Büro kommen, aber dann sind gerade alle Führer unterwegs und der ältere Herr muss (ein paar Mal…) fünf Minuten was organisieren, bis er das Büro dicht macht und selber unsere Tour übernimmt. Mit einem Taxi und einem Bus im Schlepptau gehts dann endlich los, aber er sitzt bei uns im Mietwagen und sagt „you are first“. Mi esposo sieht mehr von der Straße als der Landschaft. Mario, der Senior, nimmt sich Zeit, leitet uns zu den Lagos und zeigt Vögel, wo immer einer auftaucht. Wegen dem mucho viento nicht so viele, wie es könnte, aber schön ists allemal. Spannend: Mario sagt, 55% seiner Gäste seien Deutsche, die ja aber nur einen kleinen Teil der gesamten Touristen ausmachen. Deutsche müssten die Natur wohl lieben.
Spannend-skurrile Landschaft, da im Nationalpark. Natürliche Salinen, teils Frisch-, teils Mischwasser, viel Mangroven. Ich finds gut, dass man nur mit Führer herkommt – da können Leute weniger Blödsinn machen. Meinem Papa hätte das gefallen, Vögelbeobachtung. Wir erwischen wegen dem Wind nur einen kleinen Trupp Flamingos und einzelne Pelikane, Geier, Reiher.
Nach etwa 3 Stunden sind wir zurück in der Casa. Kleinen Imbiss, Dankeschön an Mario (Diclophenac kennt er und kommt besonders gut an bei ihm, für die Beine muy importante – das freut uns) und dann am Strand spazieren, mit Kaffee und Erfrischung.
Für den Abend sind wir in Marios Restaurantempfehlung angemeldet. Mmmmh.

Ich glaube, wenn mein Handy mal wieder Internet hat, wird es unendlich viele Updates und Mails laden.

Dinner und Nacht, Playa Larga – Thu Mar 10 08:00

Der Fisch gestern abend in der Casa war großartig; nachmittags wurde er schon an uns vorbeigetragen. Helles, festes Fleisch, gut gebraten, Gräten in leicht identifizierbarer Größe ;). Mjam.
Dazu gabs auch hier eine Auswahl an Beilagen mit Tomate und Gurke, Reis, Kartoffeln, gebackene, warme Maisdingsies, Obst,… – und fast alles irgendwie mit Knoblauch, was den Geruch in unserem Zimmer erklärt.

Ein Getränk bei Franks, und danach heim und ins Bett. Wir schlafen hier viel, auch mangels Alternativen am Abend 😉
Nachts ists ziemlich ruhig im Ort, und auch in der Küche nebenan. Wir werden trotz anderer Befürchtung nicht von Moskitos gefressen.

Ob ich Postkarten schreibe, entscheide ich in unserem Strandhotel auf der Insel.

Karibik, Playa Larga – Wed Mar 09 17:00

Bisschen durch (den Ort) Playa Larga und an selbigem Strand spaziert, herausgefunden, wo wir Geld tauschen können und wo eine Tour in den Nationalpark machen. Kaffee und Eis organisiert, mit Hin und Herlaufen, aber erfolgreich, und dann genossen. Gibt halt nicht in jeder Strandbar beides, und an einer auch nix von beidem.
Füße in karibisches Wasser getaucht – warm wie Badewanne :), Seesternchen, Hundewelpenbande und Menschen beobachtet.
Strand und Wasser sind sehr schön, feiner, heller Sand, sacht abfallend, stetige Brise und Wellen, Palmen und Bäume, nicht sehr voll. Klassische Karibik.
Das (eine) Hotel hier ist eher eine Sünde und dessen Service auf staatlichem Level. Die Mini-Betonbunker mit Schießscharten könnten vom Angriff der Amis übrig sein, wenns das ist, wonach es aussieht.
Mein Mann sagt, der Ort hat Potential :).

Als wir zurückkommen, riecht unser Zimmer nach Knoblauch. Die Mücken stört es leider nicht, mein Mann lebt seinen Jagdinstinkt aus, nachdem die Biester ihn nachgewiesenermaßen mögen. Gin Tonic wäre gut.

Casa Frank „um die Ecke“ hat eine Dachterrasse mit Bar. Da mag ich nach dem Essen was trinken

Playa Larga – Wed Mar 09 12:30

Angekommen an der Schweinebucht, Bahia de Cochinos. Der Ort Playa Largo wirkt wie eine Wohnwagensiedlung. Ist sie aber nicht, ist nur neu. Viele unfertige, niedrige Bauten, noch keine Straßennamen. Wir suchen die Anschrift ‚an der Kreuzung links‘ und lassen uns helfen.

Hier schlafen wir im Hostal Yosvany, in apricot, direkt neben der Küche (heisst: Fenster zur selbigen), in der die Familie trubelig lebt. Mal schauen, wie das nachts wird, geräuschetechnisch. Auch hier sind meine Brocken Spanisch wieder nützlich bis notwendig.
Zimmer und Bad sind okay und sauber, eine uralte Klimaanlage schaltet man über eine Sicherung. Leider kein Fenster nach draußen, aber für zwei Nächte wirds gehen. Die Matraze wirkt angenehmer als die letzte, von der mein Mann sagt, wir hätten auf einem Sack Schrauben geschlafen (und dafür erstaunlich gut).

Zur Begrüßung ein Cuba Libre. Ich möchte Havanna Club-Gläser für zuhause! Wo kauft man sowas hier?

Nagellack, Soroa – Wed Mar 09 09:30

Viel machen kann man nicht in Soroa, daher sind wir nicht böse, weiterzufahren, auch wenn die Familie der Casa wirklich sehr nett ist. Weil die Versorgung hier in dem Käffchen schwierig wirkt, lassen wir einige mehr Mitbringselgeschenke als sonst da; die sind hier gut aufgehoben, wie wir denken.
Oma und Mutter danken uns sehr, das Ibuprofen wird erkannt, eine der zwei netten Schreibkladden drückt die Oma begeistert an ihr Herz. Alles gut, alles hilfreich wird mir irgendwie versichert, und sie untersuchen, ein bisschen von mir erklärt, was da auf dem Bett liegt. Weihnachten. Ich bin froh, keinen Schrott angeschleppt zu haben.
Die Oma hört irgendwann nicht mehr zu, verzückt und höchst konzentriert lackiert sie ihren linken Daumen und strahlt. Das war der bestgekaufte Nagellack ever, ihren Blick werde ich nicht vergessen. Magischer Moment. <3
Strahlende Gesichter, großer Dank und feliz viaje Wünsche begleiten uns.

Lost en Cuba, Soroa & Las Terrazas – Tue Mar 08 16:00

Heute waren wir bei der Dharma Initiative, glauben wir. Las Terrazas wirkt wie in der Serie, ein künstlich angelegtes Dorf mit Selbstversorgung und – natürlich – alten Autos. 🙂 Nett zum bisschen laufen, gucken, üppigen Regenwald ringsherum genießen, 2 Kaffee und 1 Cuba Libre für etwas über 3 CUC. Auf dem ausgefahren Weg lag ein kleiner Epiphyt – mal schauen, ob ich ihn nach Deutschland retten kann.
Wir haben wieder Wetter: Sonne, nicht schwül, ziemlich warm. Schwül war es nur in Havana bisher – ist das geografisch begründet oder nur zufälliges Timing?
An einer Restaurantanlage gabs tolle kubanische Musik und WLan, aber für uns kein Internet.
Auf dem Heimweg die erste Tankerfahrung gemacht.
Unsere Gastwirtin begrüßt uns mit Mojitos.
Ich glaube, diesen Sommer werden wir viel Rum trinken.

Oh, eine Flasche Rum und zwei Dosen (lokale) Cola gabs im Set für 4 CUC.

Meine Dracenapalme muss ich umtopfen. Die kann anders, sehe ich hier 😛

Unser Auto, übrigens: ein Asiate, erst 20.000 km gefahren, also sehr ermutlich aus diesem Jahrtausend, mit Technik vielleicht aus den 80er, und gefühlt schrecklich klapprig; kein Wunder bei den Straßen. Schaltgetriebe, Klimaanlage, Scheibenwischer, zentrale Aufriegelung. Die Sitze haben Potential, mich wahnsinnig zu machen, weil man nur drin hängen kann. Aber er fährt und qualmt nicht wie die alten Wagen.
Alleine am Baujahr erkennt man uns als Mietwagen/Touristenauto.* Einheimische fahren Oldtimer, Einspänner oder Moped.

Mein Mann ist heute „offiziell nicht lecker“ für Mücken, die mich bisher fast völlig ausgespart haben. Mal schauen, ob sich das heute Abend ändert.

* Später in DE haben wir nach dem Modell gegoogelt: es ist ein Chinese, für den Lateinamerikanischen Markt produziert, für etwa sieben Tausend USD. Nach einem Crash Test war die Aussage, dass ein Air Bag in diesem Wagen völlig verschenkt sei, weil die Karosserie drumherum nicht stabil genug dafür sei.