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Chalons en Champagne, jour 2

Wir erbummeln die Stadt sehr gemächlich. Ein paar Ziele haben wir angepeilt, andere erspähen wir im Vorbeigehen.

Es ist Wochen(- und ein bisschen Floh)markt in und um eine schöne Markthalle. Vieles sieht sehr gut aus, der toll aussehende Zuckerkuchen ist leider ausverkauft, als wir zuschlagen mögen. Wahrscheinlich muss ich „genialen Zuckerkuchen backen lernen“ auf meine Liste setzen.

Um die Kirche Notre Dame en Vaux ist ringsherum Baustelle, so groß und umfassend, dass wir Mühe haben, einen Eingang zu finden. Die Mühe wird belohnt mit einer schönen Kirche ganz für uns und dem Kreuzweg Jesu sehr herzig gebaut mit Playmobilfiguren.

Wir stolpern in ein Champagnerhaus, wo wir im sehr gemütlichem Innenhof ihre offenen Champagner probieren; Champagnerhäuser gibt es in Chalons nicht soooo viele, da muss man Gelegenheiten ergreifen. 🙂 Wir treffen eine der netten Französinnen vom Vorabend wieder. Übrigens haben natürlich die Neuseeländer haushoch gewonnen, gestern.

Die Cathedrale Saint Etienne lohnt auch einen kleinen Exkurs, bevor wir bei Joseph Perrier eine Führung mit Kellerbesichtigung und Tasting machen.

In vielerlei Hinsicht sehen und hören wir bekannte Dinge, aber auch hier sind wieder ein paar spannende Nuancen und Details dabei. Beim Tasting habe ich sehr viel Freude an einem Vintage Champagner von 2013, derweil wir mit anderen Gästen aus UK plaudern und Empfehlungen austauschen.

Auf dem Rathausplatz läuft heute Abend beim Rugby Wales gegen Portugal – Wales wird wohl gewinnen. Wir trinken ein Bier und genießen am Platz unser letztes Abendessen in Frankreich.

Insgesamt 5 neue Champagner heute. 59 waren es damit insgesamt, wenn ich mich nicht verzählt habe 😉

Morgen geht es in die Heimat.

Nach Chalons en Champagne

Das Chateau de Vaux ist erstes Ziel heute und gleichzeitig der südlichste Punkt der ganzen Tour – danach geht es wieder gen Norden und damit tendenziell heimwärts.

Das Chateau ist ein großes Haus mit viiiieel Platz ringsherum – Wiesen, Koppeln, Felder und Wald. Das Haus ist mitten in der Renovierung und verheißungsvoll bis (teilweise bereits) wunderschön. Tatsächlich ohne Verkostung, das ist fast irritierend 🙂

Wir fahren nicht direkt nach Chalons weiter, sondern halten und spazieren an zwei Seen, aufgestaut von Seine und Aube: Lac d’Orient und Lac du Der-Chantecoq. Beides Stauseen, um Paris vor Überflutungen zu schützen und die Wasserwege schiffbar zu halten, einer von ihnen der größte Stausee Frankreichs. Seeehr sonnig und chillig hier.

In Chalons en Champagne erledigen wir kurz einen Einkaufswunsch unserer seniorigen Nachbarin und schlenkern durch die Stadt. Vor dem Rathaus gibt’s Rudelgucken der Rugby WM. Der Rosé Champagner (1) eines örtlichen Winzers ist so lecker, gern folgen wir nach dem Essen dem Willkommen der Einheimischen und schauen nett plaudernd und Rosé Champagner trinkend Rugby zwischen Franzosen.

Immer gut, was neues zu machen. Das haben wir noch nie vorher gemacht.


On a side note und quer durcheinander:

  • Spätestens ab dem ersten Champagnerkauf wird man hier zum systematischen Schattenparker. Bei 25-35 Grad aus Gründen 🙂
  • So viele und süße Dörfchen und Chateaus gibt es hier, es ist nicht zum Aushalten. Aus Stein,  Fachwerk, Ziegel oder kombiniert, aber SÜSS!
  • Es ist Weinlese. Unverkennbar an unzähligen Caravankamps am Rande der Weinberge, sowie Menschen und Kisten auf und in den Bergen. In manchen Orten riecht man es – anvergorene Trauben in der Luft. I Like!!
  • Noch nie so viele und große Sonnenblumenfelder gesehen wie in der südlichen Champagne.

Troyes jour 2

Mittelalter fürs Herz

Wir starten den Tag joggend Richtung eines Parks und finden uns an einem süßen Chateau und an der (hier noch kleinen) Seine wieder.

Statt Frühstück gibt es Mittagsessen und danach ausführliche Er-Spazierung der Altstadt. Diese hat eine der größten zusammenhängenden Fachwerkhäuserensembles Frankreich, und diese in bunt, verwinkelt und angekippelt – toll!! Cathedrale, Kirchen, Seineufer und diverse Gässchen, Pizza und Champagner (5) später war es ein wunderbarer Tag <3

Von Epernay nach Troyes

Wir verlassen Epernay in Richtung von Guidos neuem Lieblingschampagnerhaus. Auf dem Weg liegt ein Chateau, das hübsch sein soll. Aus einem kurzen Guck-Stop wird ein Spaziergang zu und um das wirklich wunderschöne Chateau de Boursault, das Madame Clicquo mitten in Weinbergen mit Blick auf die Marne erbauen ließ, der Rest der Führung zur gerade in Betrieb genutzten Weinpresse (ja, wir sind hier mitten in der Lese), und ein schönes Tasting (3) mit einer enthusiastischen Mitarbeiterin. Toll!!

Das neu erkundete Haus finden wir, aber es ist so klein: alles zu und niemand da. Gut, das wir schon eine andere Einkaufsmöglichkeit erkundet haben 😉

Danach geht es durch weniger werdende Weinberge gen Süden mit verschiedenen, teils einfach malerischen, teils historischen Stopps. Eine einzelne Kirche auf einem Weinberghügel, malerische Chateaus, ein Denkmal zum 1. Weltkrieg, wo die Front ab Verdun verlaufen war und die sumpfige Landschaft die Deutschen aufgehalten hatte, eine zauberhafte Markthalle aus der Belle Epoche.

Am Abend erster, kurzer Bummel in die Stadt.

Epernay jour 2

Es soll heute den ganzen Tag regnen und dabei abkühlen. Wir melden uns bei Ayala zu einer Führung an und wollen davor zu Fuß Gratien besuchen.

Besuch klappt, Schirme brauchen wir nicht, aber Tasting klappt nicht, weil der Kollege, der das macht, diese Woche im Urlaub ist. Die Champagne will ernsthaft, dass ich wiederkomme 🤣

Wir schlenkern weiter, haben ein tolles Tasting mit Plauderei bei der Champagne Gosset und spazieren über die Avenue, Chateaus und Chatöchens bestaunend, zurück zu Hotel und Auto für die Fahrt nach Ay.

Oooohhh, Ayala! Tolle Tour, spannende ‚Insights‘ und leckeres Tasting! Den Einsteigerchampagner kannten wir schon eine Weile, die weiteren sind eine tolle Ergänzung, und welche Details man beachten oder auch nur gehört haben ist, ist mal wieder eine Eröffnung, ebenso der Gang durch die Keller. Lohnt sich sehr, und wir verbringen praktischerweise einen Teil des Regens drinnen 🙂

Zurück in Epernay besuchen wir wieder den Genossenschaftsverkauf vom Vorabend, sitzen drinnen diesmal. Weniger neues heute für uns, aber wir ergattern die letzten 3 Flaschen von Guidos Favorit.

Essen, Bett. Die Tage sind so intensiv, das passt dann schon.

(12 Champagner heute)

Epernay

Nach zwei sehr kurzen und gezielt tollen Einkaufsstops verlassen wir Reims Richtung Epernay. Als wir zu den Montange de Reims kommen: endlich die ersten Weinberge! 🤩

Erster toller Zwischenstop in Hautvillers: hier hat Dom Pierre Perignon gewirkt und als Kellermeister relevante Erkenntnisse für die Erzeugung nach der Methode champanoise beigetragen. Er ist dort auch bestattet.

Neben der alten Kirche und einem Denkmal zu Dom Pierres Ehren gibt es ein unglaublich süßes, mittelalterlich anmutendes Örtchen mit unzähligen kleinen und kleinsten Champagnerhäusern. Wir bummeln gemütlich und probieren dann in einem beliebigen – und von den angebotenen vier Qualitäten hauen die zwei Rosés uns um. Unfassbar, wie gut die sind – gerade in Relation zum Preis. Auf so etwas – unbekannte, tolle Champagner – hatten wir gehofft 🙂

Ergo: mehr erfolgreiche Einkäufe später kringeln wir mit dem Auto durch Ay. Die Häuser unseres Interesses – Ayala, Bollinger und Deutz – bieten Führungen oder Tastings nur nach Anmeldung, daher fahren wir weiter nach Epernay.

Das Hotel in zentraler Lage hilft, nach einem kurzen Snack zu Fuß zur Avenue de Champagne zu gehen. Wieder viele bekannte Häuser – dass es noch so viele gibt, die nicht in Reims waren!?!

Bei Moet & Chandon, *dem* Marktführer, schlenkern wir durch die Boutique und genießen zwei Vintage Champagner auf der entspannten, stilvollen Terrasse. Bei den Getränken zahlt man wieder das Ambiente mit; muss ich nicht öfter haben, aber einmal reinschauen war fein.

Von Perrier ist ein zauberhaftes Chatöchen heutzutage Museum – wirklich bildschön!!

Die Avenue selber ist mit all den Bauten auch ein Hingucker!!

Eines meiner Lieblingshäuser, Alfred Gratien, liegt etwas abseits der Avenue und hat frisch geschlossen, als wir ankommen – da müssen wir morgen noch mal hin.

Stattdessen enden wir in einem kleinen Laden an Avenue 19, wo Champagner von kleineren Häusern in einer Art Genossenschaft verkaufen werden. Toll in vielerlei Hinsicht, und hier beschließen wir den Tastingtag (13 heute), später gefolgt von schmackhaften Pastagerichten mit Bier und Radler.

Reims, jour 2.


Wir finden ein sensationelles Frühstück, das wegen der tollen Backwaren einfach begeistert. Probiert haben wir: Baguette, Reimser Biskuit und Zuckerkuchen. Süchtigmachend!
Danach bestand das Programm aus Besuchen bei Champagnerhäusern in Reims. Wir sind mit einigen großen gestartet:

– Bei Taittinger standen wir nur vor dem Tor. Die renovieren gerade, in der Stadt könnte man ein Tasting machen.
– Bei Vranken Pommery zahlt man Eintritt für die Keller und ein Glas Tasting. Die gesamte Anlage ist großzügig, sehenswert und mit Kunst ausgestattet – macht viel Spaß!
– Charles Heidsieck lag auf dem Weg, aber keine Tür ersichtlich.
– Bei Ruinart wird auch gerade gebaut, ein Tasting war trotzdem möglich. Die Bedienung war sehr lieb, Anlage und Champagner waren schön, aber Preis-Genuss eher ungünstig gegenüber unseren bisherigen Favoriten.
– Bei Veuve Clicquot gab es ein Tasting du jour, heute waren das 2 Vintage Champagner und deren Nr 1: La Grande Dame für wirklich kleines Geld. Das war cool zu probieren. Die Erkenntnis: Merchandising machen sie besser als Champagner, aber dafür weiß ich das jetzt und kann Veuve entspannt weglassen.

Danach hatten wir uns für den Heimweg Richtung Stadtzentrum mit zwei kleineren Häuser auf selbigem entschieden: GH Martel & Co und Charles de Cazanove. Kleinere Häuser hieß sofort: kleinere Location, weniger Trubel, kleinere Preise. Bei Martel saßen wir in einem bilderbuchhübschen Innenhof, bei Cazanove in einem stylischen Bistro seitlich auf dem Werksgelände. Und bei beiden fanden wir Champagner, die uns begeistert haben, ohne absurd teuer zu sein. Toll!

14 Champagner hatten wir heute. Zum Abendessen gab es Bier und Radler 😀

Über Charleroi, Belgien nach Reims

Erster Zwischenstop auf der Anreise in Belgien.

Puh, der Ort ist speziell. Seine Blüte zur Stahlzeit erlebt, muss es in den letzten Jahren weitere Gründe für wirtschaftlichen Abschwung gegeben haben.

Für uns ein Stopover in einem schönen Hotel, mit einem langen Weg zu okayen Pommes bei heißen Temperaturen und mit ernüchternden Eindrücken.

Durch unerwartet amerika-eskes Südbelgien kommen wir am nächsten Tag in die Ardennen und die Champagne.

Vor Reims kein einziger Weinberg. Wetter weiterhin heiß und deutlich über meiner Betriebstemperatur, und so erschlendern wir seeeehr gemächlich das historische Zentrum mit gelegentlichen Stops kulinarischer Art.

Beeindruckend gleich zu Beginn: das Museum der Kapitulation mit dem War Room der Alliierten, in dem die deutsche Wehrmacht am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterschrieben hat.

Ganz anders, aber ebenfalls beeindruckend die Kathedrale, mit Fenstern von Marc Chagall, einem Chor bei der Generalprobe und bekannt für eines der ersten Treffen von Charles der Gaulle und Konrad Adenauer.

Sieben Champagner haben wir tagsüber probiert.

Verzaubert.

Seit einer Woche sind wir vom Schiff, seit drei Tagen zuhause. Ich habe jetlag, bin (immernoch ein bisschen, aber abnehmend) landkrank, und ich versuche auszumachen, was genau es war, dass diese Reise so besonders gemacht hat.

Es waren nicht die tropischen Inseln, auf denen wir waren, nicht das sonnige Wetter, nicht die freundlichen und interessanten Menschen oder vielfältigen und spannend vermischten Kulturen, denen wir begegnet sind.

Der unangefochtene und unvergleichliche Star dieser Reise war das Schiff: die Star Flyer.

Ich fand die Star Clippers Schiffe schon vor der Reise wunderschön. Was ich mir nie hätte träumen lassen, ist, wie unfassbar berührend es ist, auf einem von ihnen zu sein und in ihrem Rhythmus den Tag zu verbringen. Mir fehlen immernoch die richtigen Worte, diese Magie zu beschreiben, wie es ist, den Sonnenaufgang auf so einem Schiff zu erleben, dabei zu sein, wenn der Anker gehoben wird, die Segel gehisst und ausgerichtet werden und dann der Wind in sie greift. Wie das Schiff sich aufrichtet, in den Wind legt und Fahrt aufnimmt. Sonne, Wind und Regenschauer immer auf der Nase. In voller Fahrt mit ordentlicher Schräglage und den Kapriolen des Meeres, egal ob an Deck, beim Essen oder in der Dusche. Den Sonnenuntergang und manchmal den grünen Blitz auf ihr zu sehen. Messing, Holz und Taue zu fühlen, Sonne, Wind und Wasser so nah.

Die Star Flyer ist eine bezaubernde Schönheit. Und sie macht etwas mit den Menschen, die auf ihr fahren.

Das war zu wunderbar, als dass es das letzte Mal gewesen sein darf. Wir werden wieder auf einem Star Clippers Schiff mitfahren und freuen uns schon jetzt darauf!


Das war mein letzter Blogbeitrag zum Karibiksegeln.
Wenn du mitgelesen hast und Spaß hattest, freut es mich – und ich könnte mich noch mehr freuen, wenn du mich das wissen lässt 🙂

In jedem Fall: bleib gesund und mir gewogen.
Alles Gute!

SXM > AMS

Am Abend war das innere Schwanken fast weg, über Nacht hat es sich wieder aufgeschaukelt. Nach drei Tagen von Bord sind wir beide immernoch landkrank. Kurios.

Programm heute: schwimmen, duschen, Kaffee trinken. Packen, auschecken, frühstücken. Bis wir zum Flughafen fahren, im Yacht Club Landschaft, Wetter und Atmosphäre genießen, Froschfotos machen und nochmal stärken, bevor es losgeht.

Unser Taxifahrer freut sich, dass wir es knapp vor den Öffnen über die Brücke schaffen und wünscht fröhlich gute Reise. Der Flughafen wird gerade renoviert und das Provisorium dauert wegen viel Handarbeit. Wir sind aber entspannt rechtzeitig da.

Aber: Lange Hose und Strümpfe anziehen, ist doof. Am Gate treffen wir einen Mitreisenden von der Star Flyer.

Der Rückflug startet abends, mit +5h Zeitverschiebung kommen wir morgens gegen 8 in Schiphol an. Es gibt wieder die niedliche Sicherheitseinweisung. Am Flug das wohl bemerkenswerteste ist, dass mein Mann einschläft, als es Turbulenzen gibt. Wir sind immernoch Bewegungen gewöhnt.

Auto holen, Heimfahrt.

Insel 1*: Saint Martin en francais

Wieder sehr lange geschlafen. Morgens – wir sind 48h von Bord – schwankt die Welt immernoch.

Egal. Wir wollen heute nach Frankreich! Kurzer Crosscheck an der Rezeption, wo man den Bus wechselt, und los. Die Fahrt nach Marigot dauert nicht lang, wir sehen dabei „unsere Lagune“ von der anderen Seite, das ist voll nett.

In Marigot gibt’s ein kleines Frühstück und wir erbummeln das französische Städtchen. Vom Fort haben wir tolle Blicke auf Lagune (Binnengewässer) und Buchten (Karibik). Der Weg ist nicht weit und die Sonne bedeckt, daher gehen wir zu Fuß zurück und machen Fotos an der niederländisch-französischen Grenze.

Weiter zurück über die große Brücke mit Drehelement, vorbei am Flughafen und zu „unserer“ Brücke mit Yacht Club ist es ein wirklich netter und kurzweiliger Marsch. Im Club ist es heute nochmal voller wegen der baldigen Regatta.

Wir stärken uns, bewundern ein wirklich großes einfahrendes Schiff, gehen heim. Einmal noch die abendliche Routine: schwimmen, duschen, essen. Heute: Sushi im Chopsticks. Köstlich! Und bei einer Asiatin, die mich sehr lieb an die Chinesin im heimatlichen Geburtsort erinnert.

‚Chillen‘

Nicht gut ein-, aber dann 9,5h durchgeschlafen. Am nächsten Morgen, 24h von Bord, wankt die Welt immernoch – spannend, wie lange das anhält.

Wir gehen den Tag sehr entspannt an: schwimmen, duschen, Frühstück bei Reveil Matin (sehr, sehr toll), Bier und Böötchen gucken an unserem bisherigen Lieblingsort dieser Insel, im Sint Maarten Yacht Club neben der Hebebrücke. Nächsten Mittwoch startet die große Regatta, wir nehmen Vorbereitungen, ankommende Schiffe und andere Menschen als letzte Woche wahr. In der Gastronomie und am Strand ist es voller, das kann auch am Sonntag liegen.

Wir schwelgen in Gedanken, lesen, sonnen, schwimmen, probieren ein empfohlenes Fischrestaurant aus, kein grüner Blitz, Rumbar – heute ganz sinniger Tag. Das Wanken bleibt.

  • https://www.reveilmatinsxm.com
  • https://www.smyc.com

Insel 8 ist wieder 1: Sint Maarten

Nach der Kreuzfahrt haben wir noch drei Nächte auf Sint Maarten. Der Entspannung wegen haben wir uns im selben Hotel wie vorher eingebucht – nach so viel Abwechslung ist ‚da sein und sich auskennen‘ eine schöne Variante.

Abreise vom Cruiseterminal mit Taxi läuft flüssig. Auf der Hauptstraße ist wieder der bekannte Stau. Da wir vor der Brücke abbiegen wollen, fährt unser Taxifahrer sinnig und umsichtig über die Gegenspur am Stau vorbei, erklärt sich uns kurz danach, damit wir nicht denken, dass er irre sei, und ist beruhigt, als wir erwidern, dass wir das kennen. 🙂

Unser Zimmer ist morgens um 10 natürlich noch nicht fertig, wir geben die Koffer ab und verdameln ein bisschen die Zeit im Yacht Club. Unterwegs dahin merken wir, wie sehr wir beide landkrank sind nach der Woche an Bord. Sehr krass.

Nach der Mittagszeit ins Zimmer, es dauert nicht lange, und wir schlafen ein. Völlig, völlig untypisch für mich! Nach der Pause fallen wir in alte Gewohnheiten zurück: schwimmen, duschen, essen. Wir bleiben den ganzen Abend landkrank und müde. Ja, manche Nächte an Bord waren nicht sehr lang, aber auf dem Schiff war alles okay. War die Woche so voller Adrenalin, dass wir jetzt erst merken, wie k.o. wir sind?

Leaving the ship

Wir werden wehmütiger, je näher der Abschied von der Star Flyer kommt. Das war ein wirklich besonderes Erlebnis in ganz vielerlei Hinsicht.

Diese Segelschiffe sind unbeschreiblich. Wunderschön anzuschauen, so sehr, das man nicht genug davon bekommt. Sehr freundliche Crew und eine erstaunlich hohe Quote an netten Mitreisenden, von denen ein paar wirklich sympathische und interessante Menschen sind. On a side note: unglaublich viele sind oder waren selber Kapitäne oder haben einen anderen Bezug zur See. On another side note: Ich habe noch nie so oft gehört, dass jemand eine Flusskreuzfahrt in Deutschland gemacht hat. Scheint ein Thema zu sein, besonders für Amis.

Wir sind jeden Tag gesegelt, fast jeden Tag waren wir zum Ankerlichten und Segelhissen auf dem Sonnendeck, begleitet von Conquest of Paradise. Als wir das zum ersten Mal erlebt haben, beim Auslaufen aus Philipsburg vor einer Woche, das war ein unbeschreiblicher Gänsehautmoment. Zweimal waren wir zum Sonnenaufgang auf Deck, die Sonnenuntergänge haben wir fast immer auf Deck gesehen, grüne Blitze gab es wegen Wolken nur zweimal.

Unser Kapitän hat uns nicht geschont mit Schräglage, die Karibik war dazu teilweise kräftig bewegt, aber dafür, dass ich eigentlich nicht seetauglich bin, hat das pflasterunterstützt absolut gut funktioniert für mich.

Wir waren jeden Tag auf einer anderen Insel. Die Karibik macht Spaß, ist abwechslungsreich und manchmal strange, besonders bei Flughäfen. Vom Grundkonzept her ähneln sich die Inseln natürlich – äquatornah, meist vulkanischen Ursprungs, tropisches Klima, abwechselnd verschiedene Herrscher und daher ein wilder, kultureller Mix – aber im Detail sind sie immer etwas unterschiedlich. Eine Woche ist reichlich für ganz viele Eindrücke. So schön es war: man ist auf einem Schiff in gewissem Rahmen fremdbestimmt, dieser Teil reicht uns erstmal wieder.

Aber egal, was reichlich oder fast zu viel war: Alleine auf so einem Schiff zu sein, ist magisch. Star Clippers schafft es auf mein persönliches „Return To-Ranking“ auf Platz 4, nach Hawaii, der Alhambra in Granada und der Waldklause im Ötztal. Starclippers fahren ja einige Ziele an, die wir noch nicht kennen. Das wird mal wieder passen.

Insel 7: St. Barts

Nerdwissen to go:

  • Insel der kleinen Antillen
  • Saint-Barthélemy, auch St. Barths, St. Barts, St. Barth oder Saint-Barth
  • Hauptstadt Gustavia
  • 10.000 Einwohner
  • von Kolumbus 1493 entdeckt und zu Ehren seines Bruders Bartolomeo nach dessen Namenspatron benannt
  • Karibisch, spanisch, französisch, schwedisch (im Tausch gegen Handelsrecht in Göteborg > der Hauptstadtname stammt aus der Zeit), britisch, zuletzt wieder französisch
  • durch den Verkauf an Schweden wurde das Verbot der Sklaverei im Zuge der französischen Revolution nicht wirksam
  • seit 2012 assoziertes französisches Überseegebiet > nicht mehr Teil der EU, aber noch den Euro als Zahlungsmittel
  • Absurder Flughafen mit kurzer, steiler Landebahn

Wir so:

Heute für mich: Klettermöglichkeit! Dachte ich. Geplant war es laut Bordprogramm, morgens jedoch ist es zu windig (25 km/h) und regnet am Horizont – no climbing, so bad luck.

Bisschen später: neuer Plan, keine Bespaßung am Schiff, stattdessen dann doch noch mal Climbing. Juhu! Ich bin sehr pünktlich da, stehe ganz vorne, und: Sooooo schön! Me: happy! Siehe: Ausguck

Danach spazieren wir durch den Ort, toller Hafen, Shopping Meile daneben – okay, es soll hier ein Promi-Hotspot sein. Tolle Aussicht auf Hafen und Buchten. Irre, was hier liegt, völlig verrückt: das Schattenboot mit Hubschrauber, soll dem WhatsApp-Gründer gehören.

Seeehr niedlich: Straßennamen gibt es jeweils in Französisch und Schwedisch, aber nicht in schlichter Übersetzung.

Absurd der örtliche Flughafen: angeblich (kriege ich nicht nachvollzogen) der am 9tmeisten beflogene und mit kurzer, zwischen Hügel und Meer eingepassten Landebahn, ähnlich speziell wie Maho Beach auf Sint Maarten. Macht Spaß.

Zurück auf dem Schiff: Kurze Tour durch den Maschinenraum. Wow der anderen Art.

Dinner in netter Gesellschaft, erste Verabschiedungen und Adressentausch, dann ein letztes Mal aufs Sonnendeck zum Segel hissen. Mit einem Glas Champagner starten wir die Rückfahrt. Zurück nach Philipsburg, Sint Maarten, ist es nicht weit, wir konnten die Insel von St. Barts aus schon sehen.

Insel 6: Antigua

Nerdwissen to go:

  • Inselstaat Antigua und Barbuda
  • Hauptstadt Saint John’s
  • 98.000 Einwohner
  • von Kolumbus 1493 entdeckt
  • Karibisch, lange britische Kolonie. Seit 1981 vom Vereinten Königreich unabhängig
  • Laut Guinness-Buch der Rekorde ist der Staat das heiratfreudigste Land sowie das Land mit der geringsten Selbstmordrate

Heute so:

Wir stehen mal wieder früh um 6:00 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu sehen. Freiwillig. Obwohl es gestern spät war und wir Urlaub haben. Was tut man nicht alles.

Die Star Flyer erreicht ihren Ankerplatz vor Falmouth Harbour, Antigua. Die Sonne geht dabei für uns hinter der Insel auf und Delphine schwimmen ums Schiff. Kann Spuren von Kitsch enthalten <3

Da es nach dem Frühstück eine kleine Weile regnet, wird das für den Strand geplante BBQ zum Lunchbuffet auf dem Schiff umgeplant – 1,5h vorher. Arme Crew. Wir bleiben bei den Tropfen erst auf dem Schiff und nehmen nach dem Lunch, als es wieder trocken ist, den Tender in die Marina von Falmouth. Bisschen bummeln und spazieren weiter nach English Harbor, was eine fjordartig schöne Bucht ist, die lange wichtiger Flottenstützpunkt war. Die Anlagen sind gut erhalten, werden jetzt als Yachthafen genutzt, sind UNESCO Welterbestätte und einen schönen Spaziergang wert. Zurück zum Pigeon Beach und per Tender aufs Schiff. Mittlerweile gibt es nur noch ein paar Schleierwolken.

Wir quatschen mit Mitreisenden, entspannen bei feinen Snacks und leichten Getränken und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Nach dem Dinner kommt eine lokale Steeldrumband an Bord, das Hells Gate Steel Orchestra. SEHR, sehr geil!

Was sich mittlerweile als echte Herausforderung herausstellt: wir haben einen Kreuzfahrtdirektor namens Peter aus Bayern. Peter organisiert und macht alle Ansagen zu Bordzeiten, Aktivitäten und Ausflügen, sprich: man hört ihn rund um die Uhr. Mit wirklich starkem Akzent auch in Englisch. Man kommt als Deutsche nicht umhin, diesen Akzent nachzuahmen, weil der Akzent niedlich und für uns leicht verständlich ist. Ich habe das so sehr verinnerlicht, dass ich nicht sicher bin, ob ich das jemals wieder los werde. Hilfe!

Insel 5: Guadeloupe

Nerdwissen to go:

  • Guadeloupe ist ein Archipel der kleinen Antillen, Basse-Terre und Grande-Terre die beiden Hälften der Hauptinsel
  • Hauptort Basse-Terre, Hauptstadt Paris
  • 380.000 Einwohner, Basse Terre 186.000
  • von Kolumbus 1493 entdeckt und nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Senora de Guadalupe benannt
  • Karibisch, bisschen spanisch, französisch, britisch, zuletzt wieder französisch. Seit 1946 französisches Überseegebiet, damit Teil der EU und Euro als Zahlungsmittel
  • nach Ende der Sklaverei wurden Inder als Arbeitskräfte auf die Inseln geholt
  • Hauptdrehort von Death in Paradise

Heute so:

Wir ankern an der Nordwestküste vor Deshaies, neben uns die riiiiieeeeesige Silver Dawn.

Wir hatten uns für heute für einen Ausflug in das Meeresschutzgebiet Jacques Cousteau entschieden. Kleine Busfahrt entlang der Küste nach Malendure, dann ins Glasbodenboot und Fische und Korallen gucken. Nach dem Glasbodenbootgucken kurze Schnorchelmöglichkeit. Wir haben alles dafür dabei, bei dem Wellengang, leichter Köddrigkeit und mit den vielen Menschen am Eingang/Ausgang fühle ich mich für Schnorcheln aber nicht entspannt genug. Besser ‚on my own‘ üben, auch die Handhabung der Vollmaske – das passte heute nicht gut für mich. War trotzdem schön und kurzweilig!

Zurück in Deshaies erbummeln wir zwei der wichtigsten Drehorte von Death in Paradise (die Polizeistation und Catherines Bar), stärken uns mit einem creolischen Vorspeisenteller (spannend und würzig) und tendern entspannt aufs Schiff zurück.

On a side note: unser Frosch ist ja mitgereist und findet jede Menge Freunde. Wenn er durchs Bullauge schaut, sieht man ihn beim Tendern – so hat jetzt ein Mitreisender mir Fotos von ihm gezeigt. Sehr witzig und kommunikativ.

Another Side Note: das Witzigste ist, wie unser Guide den Inselnamen ausspricht. Guadelllllp.

Insel 4: Iles des Saintes

Nerdwissen to go:

  • Guadeloupe ist ein Archipel der kleinen Antillen, die Iles des Saintes eine Inselgruppe des Archipels
  • Hauptinseln Terre-de-Haut und Terre-de-Bas
  • 3.000 Einwohner
  • von Kolumbus 1493 an Allerheiligen entdeckt und daher benannt
  • Karibisch, spanisch, französisch, britisch, zuletzt wieder französisch. Seit 1946 französisches Überseegebiet, damit Teil der EU und Euro als Zahlungsmittel

Unser Tag so:

Heute sind wir von gaaaanz vielen Inseln umgeben – Archipel halt. Tolltolltoll! Wir ankern vor Terre de Haut. Zum ersten Mal liegt auch ein klassisches Schiff vor Anker, die World Voyager von Nicko Cruises. Wenn’s die Vasco da Gama gewesen wäre, hätten wir sehr gelacht. Es gibt bezaubernde Aussichten in jede Richtung. Mastklettern klappt für mich nicht wegen zu vielen Interessenten, morgen nochmal anstellen.

Wir machen zu 14t eine Wanderung mit einer Lily in ein Naturschutzgebiet mit wunderschönen Aussichten. Sehen Pelikane, Echsen, Ziegen, Schildkröten, Reiher, Hühner. Es geht recht weit hoch mit wenig Schatten.

Das Örtchen Le Bourg sieht tatsächlich anders aus aus als die ersten Ziele, aufgeräumter, besser in Schuss, typisch bunt. Man merkt irgendwie, dass man in Frankreich ist. Erinnert auch tatsächlich an Death in Paradise, obwohl das auf Guadeloupe gedreht wurde.

Nach der Wanderung: Erfrischung und die kleine Stadt bebummeln. Da es für den umgekehrten Fall des Entleeres keine öffentliche, findbare Gelegenheit gibt, fahren wir früher als beabsichtigt aufs Schiff zurück.

Dort dann: Fotoshooting mit Lilys Frog. Was sehr witzig ist, weil einige Mitreisende ihn schon gesehen haben, bei der Anreise oder beim Tendern von außen, wenn er durchs Bullauge guckt. Sehr schönes Zitat von Mike, als er erst einige Fotos und dann heute den Frog selber sah: „This gives me hope for the world.“ Harmlos und hilarious gleichermaßen.

Rendezvous auf See & Insel 3: Dominica

Nerdwissen to go:

  • Inselstaat
  • Hauptstadt Roseau
  • 72.000 Einwohner
  • von Kolumbus 1493 an einem Sonntag im November entdeckt (daher der Name aus Latein), an Land ging er aber erst 1503
  • Karibisch, zuerst französische, dann britische Kolonie
  • seit 1978 vom Vereinten Königreich unabhängig und im Commonwealth
  • In Dominica leben viele Zentenare (Hochbetagte über 100 Jahre)

Unser Tag:

Den Vorabend habe ich dann doch mit gewisser Köddrigkeit verbracht, mir ein Pflaster aufgeklebt und nur sehr ’spatzig‘ gegessen. Am nächsten Morgen fühle ich mich wieder gut. Das Schiff ist bewegt und unter Segeln.

Wir stehen früh auf, folgen Dominiques Empfehlung, zum Sonnenaufgang auf der Brücke zu sein. Wooow. Bilder extra.

Als wir nach dem Frühstück an Deck gehen, wartet am Horizont schon das Schwesterschiff Royal Clipper auf uns. Daher kein Klettern – das will ich entspannt von Deck genießen.

Rendezvouz auf See: wir segeln zur wartenden Royal Clipper und dann gemeinsam weiter, nach Dominica. Zwischendurch werden auf beiden Schiffen immer mehr Segel gesetzt – es ist wunderschön.

Auf Dominica halten wir vor Portsmouth (der zweitgrössten Stadt) und tendern. Wir hatten uns für einen Ausflug auf dem Indian (> West Indies) River angemeldet. Nach einem kurzen Bustransfer werden wir in bunten Holzbooten durch dschungelige Flusslandschaft gerudert – tolle Natur, viele Viecher, witzige Ausflugsgesellschaft. Rumpunsch, Hundebabies, Ingwerblüten und Kolibris runden den kurzweiligen Zwischenstop ab. On A Side Note: auf die Frage, warum es so viele Zentenare gibt, sagt unser Guide, weil die Menschen hier aktiv bleiben würden. Natürlich! What Else?!

Auf dem Hin- und Rückweg schöne Blicke auf Royal Clipper und Star Flyer – *so* schöne Schiffe!